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| 03:03 Uhr

Schlittenhunde flitzen durch Spremberg

Tempo, Tempo! Die Schlittenhunde liefern sich auf einer Strecke von sechs Kilometern ein Wettrennen.
Tempo, Tempo! Die Schlittenhunde liefern sich auf einer Strecke von sechs Kilometern ein Wettrennen. FOTO: Martina Arlt/mat1
Spremberg. Ein faires Rennen haben sich am vergangenen Wochenende 105 Teilnehmer und 25 Kinder mit ihren Vierbeinern zum 18. Schlittenhunderennen in Spremberg geliefert. Dieses Rennen galt gleichzeitig für die Teilnehmer als ein Wertungslauf zur Norddeutschen Meisterschaft der Saison. Martina Arlt / mat1

Die Musher waren meist mit Wohnwagen aus ganz Deutschland in Spremberg angekommen und richteten sich für zwei Renntage ein. Immerhin tummelten sich fast 500 Tiere auf der Wiese an der verlängerten Bergstraße in Spremberg. "Go" - hieß es für zwei Tage in der Spremberger Ratsheide, wo eine Rennstrecke von rund sechs Kilometern abgesteckt wurde. Eröffnet wurde das Schlittenhunderennen am Samstagvormittag durch den Vereinsvorsitzenden der reinrassigen Schlittenhunde, Erhard Feickert, den Landrat Harald Altekrüger (CDU) und Sprembergs Bürgermeister Klaus-Peter Schulze (CDU). Etwas Alaska-Gefühl kam schon in der Ratsheide auf, wenn Mensch und Tier auf der Rennstrecke ein Team bildeten.

Seit Monaten hatten die Spremberger Huskyfreunde Carmen und Erhard Feickert dieses Ereignis vorbereitet, das nun aus dem Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken ist. Carmen Feickert sagt: "Wir sind sehr froh darüber, dass Spremberg den Teilnehmern mit diesem Standort sehr gute Bedingungen bieten kann. Die Strecke ist sehr anspruchsvoll, nicht ganz einfach zu fahren, doch die Hunde lieben es. Es gibt an der Strecke links und rechts für die Huskys immer etwas zu sehen, denn sie sind von Natur aus neugierig."

Um die Tiere beim Rennen zu führen, zählt nur die Stimme vom Musher, dafür gibt es Leithunde. Carmen Feickert erläutert: "Das muss mit den Tieren trainiert werden. Das oberste Gebot gilt für alle Teilnehmer eines Schlittenhunderennens, niemals loslassen, egal was passiert." Sie weiß genau, wovon sie spricht. Denn sie hat sich mit ihrem Ehemann Erhard Feickert vor 16 Jahren diesem Hobby verschrieben. Mit einem Husky fing bei Feickerts im Jahr 1996 alles an. Doch die Leidenschaft wurde immer größer, Huskys sind Rudeltiere und es gesellten sich noch weitere Hunde dazu. Beginnt die Rennsaison, ist das Spremberger Ehepaar oft mit den Tieren unterwegs. Die Organisation für das jährliche Spremberger Rennen im November haben sie seit Jahren fest im Griff. Den staatlich anerkannten Oberlausitz-Ranger Gisbert Hiller (54) aus Bautzen haben sie seit Jahren im Boot, er moderiert die Rennen mit großem Fachwissen. Die Besucher hatten teilweise Campingstühle im Gepäck und beobachteten das Spektakel an der Rennstrecke.

Auch der 50-jährige Peter Stange aus Hohenbocka war in der Teilnehmerliste zu finden. Er reiste nicht nur mit seinen drei Alaska-Malamute-Hunden namens Kima, Jack und Ice in Spremberg an, auch seine Kinder Chris (6) und Willy (4) sind mit großem Eifer dabei. "Sind die Kinder dabei, ist es schon so eine Art Miniurlaub für uns, mit etwas Abenteuerlust. Die Kinder starten ebenfalls in den jeweiligen Kategorien. Durchschnittlich sind wir in einer Saison zu zwölf Rennen unterwegs, es macht Spass", so der Forstwirt aus Hohenbocka.

Seit Jahren gehören auch Ute Gedlich (65) mit ihrem Mann Björn (64) aus Lohmen, Ortsteil Mühlsdorf (bei Pirna) zu der "großen Schlittenhundefamilie".

"Drei bis vier Rennen in der Saison fährt mein Mann. Seit zwölf Jahren sind wir zu Rennen unterwegs. Dann können es Ben, Tini und Aik kaum erwarten, mit meinem Mann mit dem Dreiergespann zu starten", sagt Ute Gedlich. Aus der Region gingen Andreas Pech aus Guben, Uwe Baldermann aus Krieschow, Erhard Feickert aus Spremberg und Peter Stange aus Hohenbocka an den Start.

Am Wochenende wurden 30 Pokale unter den erwachsenen Startern vergeben, darunter der Pokal des Landrates. Die Kinder wurden für ihren Einsatz mit Medaillen und Urkunden belohnt. Auch für die Unterhaltung im großen Zelt hatten die Veranstalter aus Spremberg gesorgt. Bevor sich alle Beteiligten zum Musherabend mit Musik von Torsten E. aus Cottbus trafen, luden die Line-Dancer Karsten Jurk und Stefan Dudziak alle interessierten Musher zu einem Workshop vor Ort ein.

Seit Jahren hat der Spremberger Erhard Feickert den Vorsitz vom "Lausitzer Sportverein reinrassiger Schlittenhunde" mit 14 Mitgliedern inne.