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| 02:55 Uhr

Schatz auf dem Georgenberg entdeckt

Frank Meisel, Stephan Menzebach und Christina Schönherr (von links) freuen sich bei der Grundsteinlegung über den Inhalt der Schatulle.
Frank Meisel, Stephan Menzebach und Christina Schönherr (von links) freuen sich bei der Grundsteinlegung über den Inhalt der Schatulle. FOTO: wr
Spremberg. Eine Schatulle mit alten Dokumenten aus dem Jahr 1931 haben Bauarbeiter bei der Sanierung des alten Pavillons auf dem Georgenberg entdeckt. Für den Spremberger Laga-Verein handelt es sich um einen Fund von unschätzbarem Wert. René Wappler

Da liegt die Schatulle auf einem kleinen Tisch, schräg hinter Frank Meisel, dem Vorsitzenden des Laga-Vereins.

Es passiert sonst ja nur in Abenteuerfilmen oder in alten Märchen, dass Menschen in der Erde graben und einen Schatz entdecken. Doch in Spremberg haben die Arbeiter bei der Sanierung des Pavillons mit dem schönen Namen "Sängerblick" tatsächlich einen historischen Fund gehoben.

In der Schatulle steckte ein Brief vom 12. Mai 1931, schon etwas vergilbt, aber immer noch gut lesbar, verfasst mit einer Schreibmaschine. Der Männergesangsverein "1835", so heißt es im Brief, stiftet den Pavillon als Beitrag zur Verschönerung der Stadt, "sodaß er (. . . ) für viele kommende, glücklichere Geschlechter zur Zierde gereiche und sich jeder Besucher an dem lieblichen Ausblick auf Stadt, Schloß und das südliche Spreetal erbaue".

Moderner und weniger gedrechselt äußert sich Frank Meisel an diesem Freitagnachmittag. "Herzklopfen kostenlos" habe ihn bei der Nachricht befallen, dass die Schatulle während der Sanierung gefunden wurde. "Ein Stück Zeitgeschichte der Stadt" berge dieser Schatz, dem zugleich ein Verzeichnis der Vereinsmitglieder aus dem Jahr 1931 beiliegt.

Gemeinsam mit Frank Meisel steht die stellvertretende Bürgermeisterin Christina Schönherr auf dem Beton-Fundament des Pavillons, hinter ihr fährt der Wind durch die Bäume am Georgenberg, und sie sagt: "Diese Schatulle beweist, dass die Bürger schon immer mehr als nur das Nötige für unsere Stadt getan haben." Viele Einwohner von Spremberg könnten nun auf den Originaldokumenten die Namen ihrer Vorfahren entdecken - "von denen sie bislang vielleicht nicht mal wissen, dass sie gesungen haben".

Leider haben die Mitglieder des Laga-Vereins keine alten Baupläne mehr gefunden. Das hinderte sie jedoch nicht daran, den Pavillon auf dem Georgenberg neu zu errichten, von dem nur noch Fragmente erhalten waren. Frank Meisel sagt: "Wir haben uns einfach alte Bilder angeschaut und die Details studiert, die wir nun im originalgetreuen Maßstab nachbauen."

Zum Brandenburgtag im Jahr 2014 soll das Bauwerk wieder an diesem Platz stehen. 50 000 Euro kosten die Arbeiten, davon steuert das Land 20 000 Euro aus Lottomitteln bei.

Einen Wunsch richtet Vorstandsmitglied Joachim Würz bei der Grundsteinlegung an die stellvertretende Bürgermeisterin: "Wenn der Sängerblick richtig wirken soll, dann müssen wir hier auf jeden Fall den Blick ins Tal freimachen, den derzeit noch die Bäume versperren."

So sah der Sängerblick in den 30ern aus.
So sah der Sängerblick in den 30ern aus. FOTO: Laga-Archiv