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Bloischdorf
Satkula-Bilderzyklus in Bloischdorf zu sehen

Zur Eröffnung der Sonderausstellung „Satkula oder die Wa(h)re Landschaft“ führte Christina Kliem (r.) vom Wendischen Museum Cottbus die Besucher in das Thema ein.
Zur Eröffnung der Sonderausstellung „Satkula oder die Wa(h)re Landschaft“ führte Christina Kliem (r.) vom Wendischen Museum Cottbus die Besucher in das Thema ein. FOTO: Arlt Martina
Bloischdorf. Sonderausstellung mit Arbeiten des slowenischen Künstlers Karl Vouk wurde am Sonntag eröffnet. Von Martina Arlt

Regelmäßig werden in der Bloischdorfer Museumsscheune Sonderausstellungen zu ganz unterschiedlichen Themen gezeigt. Die neueste eröffneten Dietmar Kalz, Vereinsvorsitzender des Niederlausitzer Sorbischen Dorfmuseums Bloischdorf, und Kuratorin Christina Kliem vom Wendischen Museum in Cottbus. Ihr Titel: „Satkula oder die Wa(h)re Landschaft“ von Karl Vouk. Die Eröffnung wurde von Klanginstallationen begleitet.

Im Mittelpunkt steht der Bilderzyklus Satkula, der aus 25 Motiven besteht. Die Tafeln haben ein Format von 70 mal 100 Zentimetern und zeigen Fotografien und Karten vom Ist-Zustand der Lausitz: von Tagebauen, Tagebaunachfolgelandschaften, vom Abriss bedrohte Ortschaften, Abbildungen von verschwundenen Denkmälern und Ereignissen. Den Aufnahmen werden Textzitate des sorbischen Schriftstellers Jurij Brezan (Krabat oder die Verwandlung der Welt) und Zitate aus den Verfassungen des Landes Brandenburg und des Freistaates Sachsens entgegengesetzt. Die Texte sind unterlegt mit verschiedenen Stadien der Braunkohle wie zum Beispiel als Flöz oder verpresst als Brikett.

Und wer ist Karl Vouk? Der Künstler ist 1958 in Klagenfurt geboren. Abitur machte er am Bundesgymnasium für Slowenen in Klagenfurt, es folgte ein Studium für Architektur an der Technischen Universität und an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Seit 1983 ist er Mitglied des Kunstvereins Kärnten. Die Tätigkeitsbereiche seines Schaffens umfassen Malerei, Objekte und Kunst im öffentlichen Raum. Seine Werke stellt er vorwiegend in Österreich und Slowenien, seit 2015 auch in der Lausitz aus. Der direkte Kontakt entstand 2011, als der Künstler erstmals die Lausitz bereiste. Seit 2013 beschäftigt sich Karl Vouk mit dem Thema Natur und auch mit politischen und zeitgeschichtlichen Problemen.

Die Ausstellung beleuchtet zum einen das Ideal, das den Schutz des deutsch-sorbischen Charakters des Siedlungsgebietes der sorbischen Volksgruppe verspricht, zum anderen den Beschluss zur Abbaggerung eines Ortes. Vouk stellt die Frage nach der Gewichtung von Wertvorstellungen: die Verstromung der Kohlevorkommen und die Gefährdung der Kultur der Wenden/Sorben, deren Dörfer für die Kohleförderung umgesiedelt werden.

Die Ausstellung ist ein Projekt des Wendischen Museums Cottbus. Sie entstand in Kooperation mit der Stiftung für das sorbische Volk, dem Domowina-Regionalverband Niederlausitz und dem Förderverein des Wendischen Museums. Die Sonderausstellung wird bis Januar 2019 in Bloischdorf gezeigt.

Die Besucher der Ausstellungseröffnung am Sonntagnachmittag wurden in gewohnter Form bei Kaffee und Kuchen in netter Atmosphäre vom Bloischdorfer Museumsteam empfangen und bewirtet.