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| 17:28 Uhr

Nach dem Wohnungsbrand
Tod des Mieters bleibt unvergessen

 Christiane Blödgen und Matthias Vogel in der Wohnung in Schwarze Pumpe, in der es im August 2018 brannte. Sie kann wieder bezogen werden.
Christiane Blödgen und Matthias Vogel in der Wohnung in Schwarze Pumpe, in der es im August 2018 brannte. Sie kann wieder bezogen werden. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Schwarze Pumpe. Nach zwei Wohnungsbränden in Schwarze Pumpe hat BeWoGe erste Sanierung abgeschlossen. Von Annett Igel-Allzeit

Es ist eines der schlimmsten Ereignisse, die einem Wohnungsunternehmen passieren können: wenn Mieter bei einem Wohnungsbrand ums Leben kommen. Christiane Blödgen, Vorstandschefin der Lausitzer Bergarbeiter-Wohnungsgenossenschaft (BeWoGe), wird die Nächte nicht vergessen. „So ein Wohnungsbrand, das kann jedem von uns passieren“, sagt sie, „wenn Menschen dabei ihr Leben lassen müssen, tritt der materielle Schaden in den Hintergrund.“

Innerhalb von nur knapp acht Monaten hatte es im BeWoGe-Mietwohnungsbestand im Spremberger Ortsteil Schwarze Pumpe gleich zweimal gebrannt. Nach einem Feuer in der Straße des Kindes 2 am Abend des 15. August 2018, bei der acht Menschen verletzt worden waren, eilten die Kameraden mehrerer Feuerwehren am 24. März in diesem Jahr erneut zu einem Wohnungsbrand. Von einer Wohnung in der Straße des Kindes 1 ging diesmal der Brand aus. Der Mieter, ein 78-jähriger Rentner, schaffte es noch auf den Balkon, brach dort aber zusammen und starb. Eine 79-jährigeFrau, die in einer der Wohnungen darüber zu Besuch war, musste mit dem Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden.

Während in der Straße des Kindes 1 in der zweiten und dritten Etage die  Balkons mit Planen zugehängt sind, weil dahinter saniert wird, kann Christiane Blödgen gemeinsam mit dem Techniker Matthias Vogel in der Straße des Kindes 2 die komplett sanierten Hausflure zeigen. Auch die Wohnung, aus der im August 2018 ein Nachbar den schwer verletzte Mieter retten konnte, kann inzwischen wieder vermietet werden. „Am 14. April haben wir diese Sanierungsmaßnahme abgeschlossen“, sagt Christiane Blödgen. Es sind Einraumwohnungen, die nicht nur bei alleinstehenden  Rentnern begehrt sind. „Durch den Industriepark Schwarze Pumpe sind unsere kleinen Wohnungen auch bei Auszubildenden und Fachkräften, die mit einem befristeten Arbeitsvertrag starten und nur eine Zweitwohnung brauchen, sehr begehrt“, sagt Christiane Blödgen.

 Die Wohnung, wo im März 2019 ein Mieter in den Flammen starb, wird noch saniert.
Die Wohnung, wo im März 2019 ein Mieter in den Flammen starb, wird noch saniert. FOTO: Bogott Detlef

Gemeinsam mit Matthias Vogel öffnet sie im Badezimmer den Zugang zum Medien-Schacht. Hier liegen die Leitungen für kaltes und warmes Wasser an und die Lüftungen. Sie werden bei einem Wohnungsbrand – egal in welcher Etage – oft beschädigt, und deshalb zieht sich die Strangsanierung nach solchen Bränden durch das gesamte Haus bis zur Wasseraufbereitung im Keller. Weiß strahlen die Wände auch auf dem Balkon. Eine neue Küchenzeile ist eingebaut. Der einstige Mieter hat nach seiner Genesung eine andere Wohnung von der BeWoGe vermittelt bekommen. „Ich bin froh, dass er bei uns geblieben ist“, sagt Christiane Blödgen.

Die Sanierung in der Straße des Kindes 1 werde im Juli abgeschlossen sein, hofft sie.  Neben den beiden verrußten Wohnungen sind weitere Mieter von Wasserschäden betroffen. Auch im Treffpunkt der Volkssolidarität, der sich in diesem Haus befindet, gab es einen Wasserschaden: Da sei die Genossenschaft  am Abarbeiten. Genutzt werden könne der Treff längst wieder.

Bis Ende 2020 muss die BeWoGe wie andere Vermieter in Brandenburg Rauchmelder in den Wohnungen anbringen. Rund 1040 Wohnungen hat sie im Bestand – in Schwarze Pumpe, Spremberg, Welzow. „Brandenburg hat sich bei den Rauchmeldern für die große Varian-
te entschieden: Das heißt, Rauchmelder gehören nicht nur in sämtliche Schlafbereiche, sondern auch in die Wohn- und Arbeitszimmer. Nur Küche und Bad bleiben ohne“, erklärt die BeWoGe-Chefin.

Es gebe viele Anbieter von Rauchmeldern, und es müsse die beste Variante für die Wohnungen gefunden werden. Ziemlich sicher ist, dass sich die BeWoGe für Funkrauchmelder entscheidet. „So müssen wir zur Wartung nicht in jede Wohnung“, sagt Christiane Blödgen. Ganz sicher ist, dass noch in diesem Jahr im Herbst mit dem Anbringen der Rauchmelder begonnen wird  – und zwar in den Wohnungen der Straße des Kindes.