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| 01:02 Uhr

Sagengestalten in Handpuppenform

Dissen (Spreewald).. Oben rollen, unten rollen, falten und durchziehen – knapp eine Minute braucht man, um ein quadratisches Leinentuch in den Körper einer Wickelpuppe zu verwandeln. Marlene Winter

"Was dann daraus entsteht, bleibt der Fantasie des Einzelnen überlassen", so die Leiterin des Heimatmuseums Dissen, Babette Zenker.
Früher haben die Bauern so auf einfachste Art ihre Kinder und Enkel mit Puppen beglückt - heute nutzen junge und ältere Bastelfreunde diese einfache Methode des Puppenbaus als kreativ-entspannenden Ausgleich zum hektischen Alltag.
Es ist bereits der siebente Puppenworkshop, der in den Räumen des Heimatmuseums stattfindet, und dementsprechend vielseitig ist die Auswahl der fantasievollen Schöpfungen: schwarzafrikanische, arabische, und sorbische Puppen Still sitzen zwölf Puppenwicklerinnen an ihren Tischen und werkeln an ihren Teddy-Bären, Schafen, Hexen oder einfach an klassischen Puppen.
"Man kann sich so richtig in der Arbeit verlieren", sagt Babette Zenker, die selbst an einer Puppe, einem Engel, arbeitet. Auch Martina Noak, Kuratorin und Trachtenverantwortliche im Wendischen Museum Cottbus kam vorbei, um mit der Leiterin des Puppenworkshops Regina Herrmann einen Termin zu besprechen - und nutzte die Gelegenheit, ihrem Engel vom letzten Jahr einen Gefährten zu falten.
Regine Herrmann selbst arbeitete an diesem Tag in doppelter Mission: während ihre Materialien und Stoffe im unteren Stockwerk die kreativen Bastler zu den verschiedensten Puppen inspirieren, inspiriert sie selbst eine Etage höher die Schreibschüler der Volkshochschule Spree-Neiße zu Geschichten über sorbische Sagengestalten. Die fertigen Geschichten werden dann in lose gebundener Form am Ende des Schaffensprozesses ihrer 15- bis 79-jährigen Schüler veröffentlicht.
Mit einem Korb voll sorbischer Sagengestalten in Handpuppenform kehrt Regine Herrman zu ihrem Workshop zurück und hilft den eifrigen Puppenbauern bei der Wahl der richtigen Materialien und Techniken.
Auf die Frage, wann sie denn das nächste Mal in Dissen zum Wickelpuppenbasteln einlädt, holt die Dresdner Spielzeugdesignerin ihren Kalender aus der Tasche. Auf den 11. Februar legt sie schließlich in Absprache mit Museumschefin Babette Zenker den Termin für den achten Puppenworkshop.