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| 16:25 Uhr

Abend der Begegnung geplant
Neue Kampagne wirbt um Rückkehrer

Die Spremberger Rückkehrerporstkarte macht es deutlich: Da fehlt was.
Die Spremberger Rückkehrerporstkarte macht es deutlich: Da fehlt was. FOTO: Stadt Spremberg
Spremberg. „Heeme fehlste“: Spremberger Initiativen richten ein Fest im Bürgergarten aus.

Kaum hinterher kommt die Sekretärin der Bürgermeisterin mit dem Packen der Tüten, die neue Einwohner von Spremberg erhalten. Darin stecken unter anderem Stadtpläne, Veranstaltungskalender und Wegweiser zu den Radtouren in der Region. „Erst am Mittwoch habe ich wieder 15 Tüten zurechtgemacht“, sagt Karina Diller. „Die gehen wirklich weg wie warme Semmeln.“

So wirbt die Stadt um ihre neuen Bürger. Eine weitere Werbekampagne wird sich in den nächsten Wochen gezielt an Rückkehrer richten. Sie trägt den Titel: „Heeme fehlste“. Benjamin Schorg von der Initiative für Rückkehrer sagt: „Dazu haben wir auch schon eine Postkarte entworfen.“ An der Aktion beteiligt sich der Wirtschaftsförderer ASG, der im Industriepark Schwarze Pumpe sitzt. Wie Mitarbeiterin Sandra Krautz berichtet, fördert die Landesregierung das Projekt.

Mit dem Slogan weisen die Spremberger auf den Empfang für Rückkehrer im Bürgergarten hin, der am Freitag, 10. August, von 18 Uhr bis 22 Uhr im Bürgergarten stattfinden wird. Bisher sind nach den Worten von Benjamin Schorg zwölf Anmeldungen dafür eingegangen. „Noch ist ja ein bisschen Zeit“, sagt er. „Vielleicht entscheidet sich der eine oder andere Besucher des Heimatfestes, spontan dort vorbeizuschauen.“ Ein „lockerer Abend der Begegnung“ schwebt den Organisatoren vor. Sie wollen die Gäste über die wirtschaftliche Lage in Spremberg informieren, über Vereine und die Kinderbetreuung, über „alle Themen, die sie bewegen“, wie Benjamin Schorg erläutert. Die Stadt Spremberg biete schließlich gegenüber größeren Städten viele Vorzüge. Dazu zählten moderate Mieten und ein gut ausgebautes Angebot an Kindertagesstätten.

Die Initiativen werben auch so stark um Rückkehrer, weil sich der Mangel an Arbeitskräften in der Region deutlich ausprägt. Diese Tendenz führt dazu, dass die Städte und Landkreise in Konkurrenz zueinander treten. Jeder vierte Mittelständler im Land Brandenburg beklagt erhebliche Umsatzeinbußen, weil er aufgrund des fehlenden Fachpersonals Aufträge nicht annehmen kann. Das teilte das Sozialministerium in Potsdam im Jahr 2017 mit.

Wenig Einfluss können die Initiativen für Rückkehrer allerdings auf die Gehälter nehmen. In vielen Branchen offenbart sich nach wie vor eine Kluft zwischen dem Osten und dem Westen Deutschlands. Beispiele finden sich im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Demnach erhalten Industriemechaniker im Land Brandenburg ein Durchschnittsentgelt von 2567 Euro, in Bayern hingegen 3715 Euro. Das Durchschnittsgehalt von Bürokaufleuten in Brandenburg beträgt 2419 Euro, in Nordrhein-Westfalen wiederum 3213 Euro. Krankenpfleger bekommen in Brandenburg 2839 Euro, in Baden-Württemberg 3396 Euro.

Wie die Pressestelle des Wirtschaftsförderers ASG mitteilt, können sich Interessenten für das Rückkehrerfest im Bürgergarten anmelden, indem sie das Formular auf der Internetseite www.heimvorteil-spremberg.de ausfüllen und abschicken. Weitere Informationen gibt ASG-Mitarbeiterin Sandra Krautz (Telefon 03564 3723057).

(wr)