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| 17:49 Uhr

Klein Loitz
Romy Schneider in Klein Loitz

 Romy Schneider in dem Film "Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen" (Archivfoto aus dem Jahr 1974). Der Nachlass der österreichischen Schauspielerin soll bald im Schloss in Klein Loitz ausgestellt werden.  Foto: dpa/Rauchwetter
Romy Schneider in dem Film "Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen" (Archivfoto aus dem Jahr 1974). Der Nachlass der österreichischen Schauspielerin soll bald im Schloss in Klein Loitz ausgestellt werden. Foto: dpa/Rauchwetter FOTO: dpa / A0009 dpa
Klein Loitz. Das Schloss in Klein Loitz soll Romy-Schneider-Museum werden. Die Sammlerin Ariane Rykov plant den Nachlass dauerhaft in der Lausitz auszustellen. Dabei war die berühmte Schauspielerin nie in der Gegend. Von Annett Igel-Allzeit

Die Schlosstür knarrt ihren ehrwürdigen Gruß. Weich fühlt sich das alte Holzgeländer der Treppe an. Lang ist der Flur mit dem dunkelroten Stoff an den Wänden. Neben der Deckenlampe gibt  die provisorische Dämmung den Blick auf Stuck frei.

Ariane und Uwe Marcus Rykov haben lange gesucht. Rund 15 Immobilien in der Lausitz schauten sie sich an. Auch die Sinapius-Villa in Spremberg war dabei, erzählt Uwe Marcus Rykov. Doch perfekt für das, was sie vorhaben, ist das Herrenhaus Klein Loitz.

 Ins Schloss in Klein Loitz soll ein Museum und Archiv zu Romy Schneider ziehen. Ariane und Uwe Marcus Rynkov kommen mit originalen Möbeln, Briefen, Filmplakaten und Kleidern.
Ins Schloss in Klein Loitz soll ein Museum und Archiv zu Romy Schneider ziehen. Ariane und Uwe Marcus Rynkov kommen mit originalen Möbeln, Briefen, Filmplakaten und Kleidern. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit

Sammlerin und Expertin zu Romy Schneider

Ariane Rykov stammt aus Drehnow bei Peitz. Sie hat Schauspiel studiert und sich schon während ihrer Ausbildung auf Schauspieltechnik und Methoden gestürzt. Wie müssen Schauspieler arbeiten, damit sie flink in eine Rolle finden und  nach dem Theaterstück, nach dem Dreh wieder aus der Rolle heraus kommen, neue Rollen annehmen, ja, und ein normales Leben führen können?

Das hat auch Romy Schneider beschäftigt. „Sie hatte keine fundierte Schauspiel-Ausbildung, sondern sie eignete sich das alles nach und nach an“, sagt Ariane Rykov. Schon sehr lange ist sie Sammlerin und Expertin zu Romy Schneider. Aber auch zu Marylin Monroe, Hildegard Knef und Lilian Harvey lässt sie sich ausfragen.

Von 2009 bis 2017 führte sie mit Dieter Schleifenbaum das  Romy Schneider Archiv in Hamburg. Dazu gehört der größte schriftliche Nachlass von Romy Schneider. Doch als ihr Geschäftspartner 2017 unerwartet verstarb, musste sie neu denken. Sie wollte das Archiv nicht in Hamburg weiterführen. „Auch in Berlin stimmte der Rahmen dafür nicht. Ich wollte in die Lausitz zurück“, sagt Ariane Rykov.

Neues Konzept für das Romy-Schneider-Archiv in Klein Loitz

Mit ihrem Mann hat sie ein neues Konzept für das Romy-Schneider-Archiv entwickelt. „Grundsatz soll nun die all-gemeinnützige Arbeit sein“, sagt Uwe Marcus Rykov. Mit fünf Gleichgesinnten gründeten sie den Verein Romy-Schneider-Archiv.

Und in Klein Loitz wollen sie in einem Museum als dauerhafte Ausstellung das künstlerische Werk der Schauspielerin präsentieren und zugleich Begegnungsstätte sein – für Filmfans aus der ganzen Welt wie auch für Kulturfreunde in der Region. Mit Lesungen, Musik, Workshops, Ausstellungen –  auch mit Werken regionaler Künstler.

„Die Gemeinde wird ihren Raum weiter kostenlos nutzen können“, versichert Uwe Marcus Rykov.  Die Heizung ist für die Sportgruppe aufgedreht.  Im Flur sehen Rykovs schon die zahlreichen Filmplakate hängen. Ariane Rykov deutet mit ihren Händen die Maße an: „1,30 mal 1,80 Meter groß – und nicht nur aus Deutschland, sondern es sind Filmplakate aus Japan, Spanien, Tschechien dabei“, zählt sie auf.

Romy Schneiders Küche in Klein Loitz

Ein Raum wird Romy Schneiders Eltern Magda Schneider und Wolf Albach Retty gewidmet. Auch ein Bad wird nachgestaltet – mit Schminke, Parfüm, Haarbürsten. „Sie war befreundet mit Coco Chanel“, sagt Ariane Rykov.

Ein Raum bleibt für die Kleider und Kostüme. Und dass in dem Raum, in dem Romy Schneiders Kindheit mit vielen Fotografien gezeigt werden soll, noch eine Kinderzimmertapete klebt, ist Zufall. Mehrere Wohnungen befanden sich vor dem Leerstand in der oberen Etage des Schlosses.

Mit Schneiders Originalmöbeln aus der Berliner und Hamburger Wohnung, sollen Wohnzimmer und ein Schlafzimmer gestaltet werden. „Und die Küche holen wir her. Sie hatte eine sehr schöne grün-weiße Küche“, erzählt Ariane Rykov.

Die Terrasse zum Park könne für Veranstaltungen genutzt werden. Der Balkon, der auf alten Fotos über dem Haupteingang lag, werde rekonstruiert. Und einen frischen Anstrich bekomme das Schloss. Der Dachboden soll Raum bieten für Theaterprojekte. Kinder, angehende und junge Schauspieler sollen hier Workshops besuchen können. „Die Jugend, den Nachwuchs zu fördern, war ja auch ein ganz grundlegender Leitfaden von Romy Schneider“, sagt Ariane Rykov.

Dass die Klein Loitzer neuerdings einen Spielplatz im Schlosspark haben, stört das Paar nicht. „Das passt prima“, ruft Ariane Rykov, „während sich die Eltern in unserem kleinen Café Fotos von Romy Schneider anschauen, können die Kinder dort spielen.“