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Riesenbalken und zu kleine Räume

Wolfgang Betker erläutert den Stand der Arbeiten.
Wolfgang Betker erläutert den Stand der Arbeiten. FOTO: Ufer
Groß Döbbern. Seit zehn Jahren widmet sich der Förderverein der Wiederherstellung des Alten Pfarrhauses Groß Döbbern. Bautechnisch ist aktuell die Hälfte der Arbeiten erledigt. Die Gebäudehülle ist weitgehend saniert, nun geht es innen weiter. Ronald Ufer

"Das Dach ist dicht, die Wände sind stabilisiert und das Pfarrhaus kann nicht mehr einstürzen", resümiert Vorsitzender Wolfgang Betker den seit 2004 erreichten Stand.

Der Bau ist dicht, wenn auch provisorisch. Die Fenster bestehen nicht aus Glas, sondern wegen der noch anstehenden Arbeiten aus Kunststoffplatten. 9000 Arbeitsstunden haben Mitglieder des Fördervereins "Altes Pfarrhaus Groß Döbbern" investiert. Viel Zeit erforderten zudem das Studium historischer Dokumente und alter Bautechniken, Förderanträge und Veranstaltungen.

Der im Auftrag von Heinrich Graf Pückler, dem Großvater des grünen Fürsten, 1785 errichtete Bau stellte den Verein vor zahllose Herausforderungen. Dazu zählte die Erneuerung der enormen Balken für den Dachstuhl, die in dieser Dimension nicht mehr gefertigt werden. Die Spließdeckung des Daches wird seit 200 Jahren kaum noch verwendet.

Meist für Wirtschaftsgebäude verwendet, weist sie einen großen Vorteil auf, keine noch so feine Schneeflocke dringt hindurch. Vieles haben die Mitglieder selbst getan, für manches mussten Fachfirmen beauftragt werden. Spenden sammeln zählt seit einem Jahrzehnt zu den Dauerbeschäftigungen des Vereins.

Derzeit konzentrieren sich die Arbeiten auf das Obergeschoss, wo ein Veranstaltungsraum für den Verein und die Bürger des Neuhausener Ortsteils entsteht. Dafür müssen Teile einer Innenwand abgetragen werden. Die alten Zimmer sind zu klein für diese Nutzung.

Gespräche mit der Denkmalpflege laufen, Wolfgang Betker ist optimistisch. Auch an den Gewölben zeigen sich Fortschritte. Das Konzept für die schwarze Küche, die schon Kinderveranstaltungen diente, steht.

Wann das Pfarrhaus fertig wird, in dem wohl nie ein Pfarrer lebte, darauf möchte sich Wolfgang Betker nicht festlegen. Aber zur Bilanz von zehn Jahren Vereinsarbeit gehört, dass eine gut genutzte Bibliothek zusammengetragen wurde, die vorerst Platz in der alten Schule fand.