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Richter erlässt Haftbefehl gegen Mann aus Spremberg

Verkauft eine Airline eine Reise mit Zubringerflug, muss sie Kunden entschädigen, die wegen einer Flugverspätung ihren Anschlussflug verpassen. So urteilte das Landgericht Darmstadt. Foto: Uli Deck/dpa
Verkauft eine Airline eine Reise mit Zubringerflug, muss sie Kunden entschädigen, die wegen einer Flugverspätung ihren Anschlussflug verpassen. So urteilte das Landgericht Darmstadt. Foto: Uli Deck/dpa
Spremberg. Gegen den Spremberger Beschuldigten in einem Verfahren um mindestens 16 Delikte wird Haftbefehl erlassen. Das hat am Dienstag der Vorsitzende Richter entschieden, nachdem der junge Mann erneut einem Termin am Cottbuser Landgericht ferngeblieben war. René Wappler

Die Vorwürfe lauten, er habe eine Frau bespuckt, ihr an den Oberarm geboxt, sie zu Boden gerissen und beleidigt sowie einen Feldstein gegen ihr Haus geworfen. Darüber hinaus habe er von einer anderen Frau 500 Euro verlangt - allerdings ohne Erfolg. Zur Last legt ihm die Justiz zudem, er habe mehrere Autos beschädigt, Waren gestohlen und auf einem Grundstück Farbe verschüttet.

Die Staatsanwaltschaft hatte beantragt, den 33-jährigen Mann in einer Psychiatrie unterzubringen. Beim Termin am Dienstagmorgen stellte der Vorsitzende Richter Dr. Christian Fisch fest: "Der Sachverständige fehlt entschuldigt, für heute sind auch keine Zeugen geladen - allerdings fehlt auch der Beschuldigte, was vielleicht nicht ganz überrascht." Denn bereits bei früheren Gerichtsterminen war der 33-jährige Spremberger nicht erschienen.

Der Rechtsanwalt des Beschuldigten, Klaus Bretschneider, erklärte: "Ich habe keinen Kontakt zu ihm, und er kommt auch nicht zu mir."

Die Staatsanwaltschaft könnte sich zwar vorstellen, auch ohne Anwesenheit des Sprembergers zu verhandeln. Doch inzwischen werden ihm weitere Delikte vorgeworfen: Er soll einen Baum am neuen Spremberger Kreisverkehr ausgegraben und abtransportiert haben, was sich mit Filmmaterial belegen lasse.

Nach den Worten des Vorsitzenden Richters wäre die Anwesenheit des Beschuldigten aus einem weiteren Grund ratsam: "Die möglichen Rechtsfolgen für ihn sind ja nicht ganz unerheblich." So beruft sich der Jurist auf Paragraf 230 der Strafprozessordnung. Dort heißt es in Absatz zwei: "Ist das Ausbleiben des Angeklagten nicht genügend entschuldigt, so ist die Vorführung anzuordnen oder ein Haftbefehl zu erlassen, soweit dies zur Durchführung der Hauptverhandlung geboten ist."

Das Verfahren am Cottbuser Landgericht geht im Oktober weiter.