Die Zustände in der Rettungswache in Spremberg seien nicht mehr haltbar, sagt der Mitarbeiter. Seit rund 14 Jahren sei kein Maler mehr im Haus gesichtet worden, die Türrahmen würden schimmeln - und die Wache sei zu klein für das Personal. "Bei Nachtrettungen schlafen wir zu viert in einem Raum." Und die Frauen - inzwischen seien vier der 28 Mitarbeiter weiblich - würden ihre Liege in der Dusche aufschlagen. Der Landkreis Spree-Neiße als Träger des Rettungsdienstes habe bisher immer auf das fehlende Geld für Modernisierungsmaßnahmen verwiesen. Nur kleinere Reparaturen seien getätigt worden, als es beispielsweise in das Haus hineingeregnet hat.

Der Spree-Neiße-Leiter des Rettungsdienstbetreibers Falck, Stefan Haustein, kann dies bestätigen. "Es gibt definitiv ein räumliches Problem." Doch nur der Landkreis als Eigentümer des Gebäudes könne in diesem Bereich handeln.

Marlies Kulka, Fachbereichsleiterin für Ordnung, Sicherheit, Verkehr des Landkreises Spree-Neiße, bestätigt die Zustände - bis auf den Schimmel. "Die Rettungswache wurde Anfang der 90er-Jahre mit Fördermitteln gebaut, zwischenzeitlich hat sich im Rettungsdienst aber viel verändert", so Marlies Kulka. So gebe es mehr Frauen im Dienst, was extra Räume erfordere, und größere Fahrzeuge. "Wir kennen die Probleme." Deshalb habe der Landkreis eine Prioritätenliste aufgestellt, welche Rettungswachen am dringendsten erneuert werden müssten.

An erster Stelle stehe ein Neubau in Döbern, da es in der Rettungswache an der Forster Straße erhebliche hygienische Mängel gibt, sodass Wagen und Ausrüstung teilweise in Forst desinfiziert werden müssen.

Danach sei der Neubau der Rettungswache Peitz geplant, da in dem jetzigen Gebäude Salpeter und Schimmel aufgetreten seien, so Marlies Kulka.

Und auch in Spremberg soll neu gebaut werden, da es laut Marlies Kulka keine Möglichkeit gibt, die bisherige Wache zu vergrößern. 2018 solle das Grundstück erworben werden und Baubeginn sein, 2020 werde mit der Fertigstellung geplant - vorbehaltlich der Zustimmung des Kreistages, da das Thema Gegenstand der Haushaltsplanung sei. 1,5 Millionen Euro sind vorgesehen; Fördermittel gibt es für diesen Bereich nicht mehr. Der Standort für die neue Wache sei noch unklar, man habe sich aber schon mehrere Grundstücke angesehen, so die Fachbereichsleiterin.

Bis der Neubau steht, sollen sich die Zustände aber am jetzigen Standort verbessern. Wie Stefan Haustein mitteilt, gibt es seit Anfang der Woche intensive Gespräche zwischen Kreisverwaltung, Landesamt für Arbeitsschutz und Falck. Es sollen Interimslösungen gefunden werden. Das könnt zum Beispiel ein Container, der als Umkleidebereich dienen könnte. Auch eine Grundrenovierung oder kleinere Raumabteilungen seien geplant, so Haustein. Die im Sommer beschlossene Vertragsverlängerung mit Falck bis 2022 zahle sich hier glücklicherweise für die Mitarbeiter aus.

In Döbern habe der Landkreis in der Spremberger Straße ein Grundstück erworben, Mitte Oktober war Baubeginn. Die Fertigstellung ist nun für den 15. September 2017 vorgesehen, wurde am Mittwoch im Kreisausschuss informiert. Der bisher anvisierte Fertigstellungstermin 30. Juni 2017 habe sich etwas verschoben, so Dezernent Olaf Lalk auf Nachfrage. Die zusätzlichen Vorbereitungsmaßnahmen für den Bau seien umfangreicher ausgefallen: So seien Befestigungsarbeiten an den Böschungen des Grundstückes und die Beauftragung eines Prüfstatikers nötig gewesen. Rund 800 000 Euro investiert der Landkreis in Döbern.

Zum Thema:
Der Rettungsdienstbetreiber Falck Krankentransport Herzig GmbH betreibt im Landkreis Spree-Neiße Rettungswachen in Forst, Guben, Spremberg, Döbern, Peitz, Drebkau und Burg. Insgesamt arbeiten hier 120 Rettungskräfte inklusive Auszubildender.