ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:15 Uhr

Kostenfalle alte Bäume
Springturnier steht auf der Kippe

Erstmals steht das Reuthener Reitturnier infrage. Grund sind Verwüstungen durch einen Sturm vor einig Tagen. Für das Beseitigen fehlt dem Verein das Geld, angesichts des Umfangs der Schäden sind Jens Hübschmann, Peter Kurschatke, Uwe Ettrich und Gerd Mergel (von links) ratlos.
Erstmals steht das Reuthener Reitturnier infrage. Grund sind Verwüstungen durch einen Sturm vor einig Tagen. Für das Beseitigen fehlt dem Verein das Geld, angesichts des Umfangs der Schäden sind Jens Hübschmann, Peter Kurschatke, Uwe Ettrich und Gerd Mergel (von links) ratlos. FOTO: Arlt Martina
Reuthen. Wetterkapriolen machen dem Reitverein in Reuthen zu schaffen – es droht der erste Ausfall nach 37 Jahren. Von Martina Arlt und Jürgen Scholz

Die stürmischen Böen der vergangenen Tage und Wochen könnten der Ausrichtung des 38. Reitturnier am 4. und 5. August in Reuthen im Weg stehen. „Wenn wir nicht schnellstmöglich finanzielle Hilfe bekommen, treibt uns dieser Schaden in die Insolvenz“, fürchtet Gerd Mergel, der seit 38 Jahren die Turniere organisiert. Spätestens am 15. Juli müsse die Entscheidung fallen, ob das Turnier stattfinden kann, an dem voraussichtlich 150 Reiter aus 40 Vereinen teilnehmen.

Die Beräumung des letztens Wetterschadens mit zwei Buchen und einer Eiche würde 5000 bis 6000 Euro kosten, schätzt Mergel aufgrund von Voranschlägen. „Auch Dächer von unserem Richterturm, dem Nebengebäude sowie eine ganze Sitzgruppe sind diesem Sturm zum Opfer gefallen.“ Bereits im vergangenen Jahr sei ein großer Baum kurz vor dem Turnier auf das Dach der Tribüne gefallen. Glücklicherweise habe damals durch Sponsorleistungen kurzfristig dieser Schaden  beseitigt werden können.

Die großen Bäume im Park seiene in die Jahre gekommen, das Areal liegt am Reuthener Park und ist denkmalgeschützt. „Um hier etwas zu bewegen, bedarf es immer der Zustimmung der Unteren Umweltbehörde sowie der Unteren Denkmalschutzbehörde. Das bedeutet eine Flut von Anträgen und Kostenvoranschlägen von Unternehmen zu stellen“, sagt Mergel. Ein Fördermittelantrag bei der Unteren Denkmalschutzbehörde habe man gestellt, aber noch keinen positiven Bescheid bekommen. Mergel sieht „Gefahr in Verzug“, das Turnier in wenigen Tagen stehe damit in den Sternen. Ein Unternehmen würde diese Arbeiten kurzfristig übernehmen, doch die Finanzierungsfrage sei nicht geklärt. Ohne Unterstützung müsse das Turnier nach 38 Jahren erstmals ausfallen.

Die wird kurzfristig aber kaum kommen, erklärt Frank Leopold. Der Leiter der unteren Denkmalaufsicht im Landkreis Spree-Neiße verweist auf den noch nicht vom Innenministerium des Landes Brandenburg bestätigten Haushaltsplan des Kreises. „August funktioniert schon mal gar nicht.“ Darüber habe er Mergel auch informiert. Davon abgesehen sei noch offen, mit welcher Priorität der Antrag eingeordnet werde, da es sich nur um Baumfällungen ohne Ersatzpflanzungen handele. Dass zwei Buchen und eine Eiche gefällt werden können, das stehe schon seit dem 31. Januar fest, verweist Leopold auf den entsprechenden Bescheid. Baumpflegemaßnahmen seien aber Sache des Eigentümers, so Leopold. Und der sei in diesem Fall der Verein, auch wenn andere Bereiche der Kommune oder einem privaten Eigentümer gehören. „Mit Denkmalschutz hat das erst einmal nichts zu tun“, so Leopold.

Mergel hat nach eigenen Angaben auch den Bürgermeister informiert. Für  Wetterschäden könne niemand etwas. „Aber so ein kleiner Verein wie wir kann diese Kosten niemals aufbringen“, bekräftigt er.