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| 17:59 Uhr

Spremberg
Mehr Platz für Sperrmüll

Rundgang auf dem neue Recyclinghof: Dieser Container hat eine Plane, weils Styropor schnell davonfliegen kann.
Rundgang auf dem neue Recyclinghof: Dieser Container hat eine Plane, weils Styropor schnell davonfliegen kann. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Spremberg. Der neue Recyclinghof in Spremberg kostete fast eine halbe Million Euro. Er soll praktischer sein.

Samstags und Mittwochs von 8 bis 17 Uhr können die Bürger nun wieder Schrott, Sperrmüll, Grünschnitt und Dachpappe im Buckower Weg entsorgen. Glascontainer stehen so, dass sie außerhalb der Öffnungszeiten angefahren werden können. Für den Elektronikschrott, der kostenlos abgegeben werden kann, gibt es wieder eine kleine Baracke, erklärt Susanne Neuer, Leiterin des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft Spree-Neiße.

Zahlreiche Spremberger schauten sich am Freitag zum Tag der offenen Tür um. Ralf Lehmann, der mit dem Glas-Entsorgungsfahrzeug im Landkreis unterwegs ist, zeigte, wie er  die grünen von den weißen Scherben getrennt transportieren kann – durch eine Wand im Laderaum. Je nach Tour leert er am Tag 40 bis 60 Glascontainer.

Es gab zu essen und zu trinken. Eine Hüpfburg unterhielt die jüngsten Besucher. Familien konnten in der Mülltonnen-Rallye antreten. Das Quiz war nur auf den ersten Blick einfach. Wo man die Zahnbürste richtig entsorgt und ob blaues Glas zu den günen oder braunen Scherben muss, lernte mancher erst am Freitag. Besonders beliebt war die Führung mit Ralf Drews, verantwortlich für die Deponiesanierung im Eigenbetrieb Abfallwirtschaft. Denn das Tor zum Berg auf der stillgelegten Cantdorfer Deponie steht selten offen, auch wenn Wege rund um den Berg nach oben führen. „Noch dürfen wir ihn mit seinen 164 Metern über Normalnull als höchste Erhebung von Spremberg bezeichnen“, sagt er. Denn der Georgenberg soll mit knapp 163 Metern etwas niedriger sein. „Da wir festgestellt haben, dass unser Deponieberg jedes Jahr um zwei bis vier Zentimeter schrumpf, ist es mit dem höchsten Berg von Spremberg aber bald vorbei“, erklärt Ralf Drews.

Die Aussicht gefiel vielen: zum bewaldeten Georgenberg, zum Kraftwerk Boxberg, zum Heizkraftwerk Sellessen, Ortsumfahrung und Tagebaurandstraße entlang. Ralf Drews zeigte den alten Kochsadurchfluss, erzählte von den zwei Mäusebussard-Paaren, den Heidelerchen. „35 000 Bäume und Sträucher haben wir hier gepflanzt: Felsenbirne, Haselnuss, Rosen – und das stets in Gruppen, weil sich die Gleichartigen dulden“, erklärt er.

Auch die Gassammelstation, die Verdichtungsanlage und die Flamme, die das Gas, das noch aus der Deponie gesaugt wird, bei 1100 Grad Celsius verbrennt, zeigte er. Sieben Jahre werde es wohl noch dauern, bis der Zaun fallen und die Anhöhe den Sprembergern übergeben werden kann. Ralf Drews hat eine Idee: Der Berg wäre ideal für Skater. Er hat das schon ausprobiert.

Innerhalb von 20 Wochen ist der Spremberger Recyclinghof, einer von fünf im Kreisgebiet, erweitert und umgebaut worden. Neben dem Zeit- wurde auch der Kostenrahmen eingehalten, so Kreisdezernent Olaf Lalk: 457 000 Euro investierte der Kreis in den Umbau. Damit wurden unter anderem 5500 Kubikmeter Boden und Schotterbefestigung aufgenommen und ordnungsgemäß verwertet. 500 Kubikmeter Beton und 400 Kubikmeter Asphalt wurde neu verbaut. Das Wetter stellte die Arbeiter des Schwarzheider Tiefbauunternehmens Richard Schulz vor Herausforderungen: Die Arbeitsbedingungen schwankten zwischen minus 15 Grad Celsius und staubig-heißen Junitagen.

Landrat Harald Altekrüger und Bundestagsabgeordneter Klaus-Peter Schulze und Werkleiterin Susanne Neuer pflanzen zur Eröffnung eine Hainbuche.
Landrat Harald Altekrüger und Bundestagsabgeordneter Klaus-Peter Schulze und Werkleiterin Susanne Neuer pflanzen zur Eröffnung eine Hainbuche. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit