Die Ermittlungen zum Wohnungsbrand in Trattendorf sind abgeschlossen. Das teilt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Cottbus, Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon, auf RUNDSCHAU-Nachfrage mit. Danach könne nicht ausgeschlossen werden, dass der mittlerweile an den Brandverletzungen verstorbene Mieter selbst Verursacher des Brandes gewesen sei.
Zwar konnte der 83-jährige Mieter damals noch lebend aus seiner Wohnung geborgen werden, musste ob der schweren Brandwunden aber mit einem Hubschrauber in ein Spezialkrankenhaus nach Berlin geflogen werden.
Möglicherweise könnte der Rentner jedoch noch leben, wäre seine Wohnung mit einem Rauchmelder ausgestattet gewesen.

Gewoba-Bestand wird demnächst mit Rauchwarnmeldern ausgestattet

Der Vermieter, die Spremberger Gesellschaft für Wohnungsbau (Gewoba), hat bereits angekündigt, den „gesamten Bestand, zuzüglich dem Objektbestand der Stadt Spremberg“ mit Rauchwarnmeldern auszustatten. Allerdings hat dieser Schritt nichts mit dem 83-jährigen Todesopfer zu tun, sondern vielmehr mit einer Gesetzesänderung, die ab dem 1. Januar 2021 greift. Darin ist vorgeschrieben, dass bestehende Wohnungen mit Rauchmeldern auszustatten sind.

Trattendorf

Die Projektgesellschaft Am Markt, eine Tochterfirma der Gewoba, hat diesbezüglich bereits im Dezember 2019 einen Vertrag mit einem Dienstleister zur Lieferung und Montage solcher Geräte unterschrieben. „Die Umsetzung des Vertrages ist für das dritte Quartal 2020 geplant“, so Gewoba-Geschäftsführer Roger Preußmann.

Auch andere Vermieter im Raum Spremberg rüsten Rauchwarnmelder nach

Doch auch die anderen Vermieter im Spremberger Raum sehen sich im Zuge der neuen Maßgabe dazu verpflichtet, ihre Wohnungen mit Rauchwarnmeldern auszustatten. So startet beispielsweise die Spremberger Wohnungsbaugenossenschaft (SWG) die Installation der circa 5000 Rauchmelder für alle 1445 Wohnungen im Bestand ab dem zweiten Halbjahr 2020.
Darüber hinaus bittet die SWG speziell die Mieter mit einem stark eingeschränktem Hörvermögen sich vorab mit der Krankenkasse in Verbindung zu setzen. Aufgrund einer Entscheidung des Bundessozialgerichts besteht nämlich ein „Anspruch auf die Versorgung mit einem auf ihre Bedürfnisse angepassten Rauchmeldesystem“.
Einzig die Lausitzer Bergarbeiter-Wohnungsgenossenschaft (Bewoge) hat schon einen Teil des Bestandes mit Warnmeldern ausgestattet. „Unsere Wohnungen in der Straße des Kindes 1 und 2 in Schwarze Pumpe wurden bereits im vergangenen Herbst mit Rauchmeldern ausgestattet“, heißt es auf Nachfrage.
Der übrige Bestand in Spremberg, Schwarze Pumpe und Welzow werde zwischen Juli und Ende Dezember 2020 ebenfalls mit entsprechenden Lebensrettern ausgestattet. Das betrifft ungefähr 1040 Wohnungen.