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Rathaussprecher zieht Bilanz nach Sturm "Niklas"

Spremberg. Der Sturm hat die Spremberger Feuerwehrleute am Abend und in der Nacht zum Mittwoch insgesamt zu neun Einsätzen herausgefordert. Wie der Pressesprecher des Rathauses, Alexander Adam, mitteilt, kümmerten sich die freiwilligen Helfer vor allem um umgestürzte Bäume auf Straßen und Schienen. René Wappler

Ein Baum war auf eine Telefonleitung gefallen, woraufhin diese zerriss. Acht Einsätze fanden am Dienstag bis 18.45 Uhr statt. Ein weiterer folgte gegen 21.30 Uhr. Dabei waren die Feuerwehrleute im Spremberger Stadtzentrum unterwegs, in der Hoyerswerdaer Straße und in der Badergasse, aber auch in Groß Luja und am Buckower Weg sowie in Bagenz. "Verletzt wurde niemand", sagt Alexander Adam. "Im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands hatten wir wohl noch Glück, weil uns der Sturm nicht so stark traf wie zunächst befürchtet." In Sachsen-Anhalt starb ein Mann unter einer umstürzenden Betonmauer. In Rheinland-Pfalz erschlug ein Baum zwei Menschen, als ihn der Orkan entwurzelte.

Zwar blieb die Lausitz zunächst von besonders heftigen Sturmschäden verschont. Trotzdem müssen sich die Einwohner von Spremberg auch in den nächsten Tagen für unbeständiges Wetter rüsten. Es bleibt zeitweise bei zeitweise Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von 80 bis 90 km/h: Dies melden die Meteorologen der MeteoGroup, die ihre Prognosen im Internet unter www.unwetterzentrale.de veröffentlichen. Mehr als 140 km/h maßen die Wetterstationen hingegen im Januar 2007, als der Orkan "Kyrill" durch Europa tobte. Dieses Unwetter richtete damals allein an öffentlichen Gebäuden in Spremberg einen Schaden von 16 856,58 Euro an, wie die Mitarbeiter des Rathauses später errechneten. Einen Anteil von 11 198,59 Euro nahm dabei das zerstörte Dach der Oberschule in der Wirthstraße ein.

Für private Haushalte gilt: Auch wer umfassend versichert ist, kann nach einem Sturm auf seinem Schaden sitzen bleiben. Dies berichten übereinstimmend die Verbraucherzentrale und die Redaktion der Zeitschrift "Stiftung Warentest". Versicherungen zahlen demnach erst ab Windstärke acht - was einer Geschwindigkeit von 62 km/h entspricht.

Einen positiven Aspekt kann der Pressesprecher des Spremberger Rathauses dem Sturm vom Dienstag indes abgewinnen: Sein Sohn traf an diesem Abend früher als vermutet zu Hause ein. Alexander Adam erzählt, wie es dazu kam: "Um 17.46 Uhr sollte der ICE in Jena abfahren, aber als mein Sohn auf dem Bahnsteig eintraf, hieß es, dass der Zug wegen des Unwetters ausfällt." Allerdings hielt plötzlich der ICE in Jena, der schon am Nachmittag abfahren sollte - mit zweistündiger Verspätung. Mit diesem gelangte der junge Mann nach Cottbus, wo ihn Alexander Adam mit dem Auto abholte. "Die Bundesstraße 97 war am Abend fast völlig frei."