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| 17:38 Uhr

Rätselraten um die Nachfolge des Bürgermeisters

Spremberg. Der bevorstehende Abschied von Bürgermeister Klaus-Peter Schulze (CDU) aus der Spremberger Kommunalpolitik offenbart ein Problem: Der Fachkräftemangel kommt nun auch in der Chefetage des Rathauses an. Denn angesichts der Frage, wer das Stadtoberhaupt nach seinem Einzug in den Bundestag beerben soll, zeigen sich die politischen Fraktionen in Spremberg ratlos. René Wappler

Lediglich auf ein allgemeines Personenprofil können sie sich einigen.

So sagt der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Dirk Süßmilch: "Wir hoffen auf einen Kandidaten, der über Fachkompetenz verfügt und sich den Problemen der Stadt stellt - zu denen der Einwohnerschwund in Trattendorf zählt, die Jugendarbeit und die Zukunft der Langen Straße." Nach seinen Worten sollte der künftige Bürgermeister bereits in der Verwaltung gearbeitet haben. Dafür sei es nicht nötig, dass er "das Parteibuch der SPD in der Tasche" habe, wie Dirk Süßmilch erläutert.

Der Ortsvorsitzende der Linken, Peter Ehrentreich, stellt fest: "Wir sind gerade erst dabei, uns zu sammeln." Die Nachfolge des Bürgermeisters werde in der nächsten Konferenz des Ortsvorstandes eine Rolle spielen, die Mitte Oktober stattfindet. "Ich persönlich sehe aber noch keinen Kandidaten am Horizont", sagt Peter Ehrentreich.

Ähnlich äußert sich Klaus-Dieter Peters von der Bürgerinitiative "Unser Spremberg". "Der Abschied von Klaus-Peter Schulze hinterlässt uns eine schwere Hypothek", erklärt er. "Als künftiger Bürgermeister kommt nur jemand in Frage, der die nötige Verwaltungserfahrung aufweist und sich unseren Sorgen stellt: dem Hochwasserproblem, der politischen Gefahr von rechts, der wirtschaftlichen Lage von Spremberg." Allerdings bekennt auch Klaus-Dieter Peters: "Mir fällt so schnell niemand ein, der diesen Posten ausfüllen könnte." Zugleich sei den Bürgern der Stadt jedoch ein Kandidat von auswärts nicht zu vermitteln.

Diese Position vertritt auch Klaus-Peter Schulze selbst, der zur Mitte des Monats Oktober sein neues Büro in Berlin beziehen wird: "Die Spremberger wünschen sich einen Spremberger als Bürgermeister." An Spekulationen über seine Nachfolge will er sich nicht beteiligen. Zwar gibt es in seinen Augen geeignete Kandidaten aus der Stadt - wenn er auch derzeit keine Namen nennen will. Jedoch gab er schon am Montag der vergangenen Woche, direkt nach seiner Wahl in den Bundestag, zu bedenken: Nicht seine Präferenz entscheide bei dieser Personalfrage, sondern das Votum der Bürger.

Ebenso wortkarg zeigt sich der Fachbereichsleiter für Ordnung und Sicherheit des Spremberger Rathauses, Frank Kulik, den viele Beobachter aus der Stadtpolitik für den persönlichen Favoriten von Klaus-Peter Schulze im Amt halten. "Zu dieser Frage möchte ich mich derzeit gar nicht äußern", sagt er.