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| 16:39 Uhr

Welzow
Rätsel um verschwundene Schwäne

Engelbert Natusch schaut, wann immer es ihm zeitlich möglich ist, bei Suse und Gustav vorbei. Dem Schwanenpaar ist nur noch ein Jungtier geblieben.
Engelbert Natusch schaut, wann immer es ihm zeitlich möglich ist, bei Suse und Gustav vorbei. Dem Schwanenpaar ist nur noch ein Jungtier geblieben. FOTO: Bogott Detlef / Detlef bogott
Welzow. Die Welzower Angler kümmern sich um die alten Haidemühler Gewässer und haben eine enge Bindung  zu Gustl und den anderen Schwänen. Doch jetzt sind sie schockiert: Ein Jungschwan lag dieser Tage tot da, ein anderer ist verschwunden.

Die drei Seen des  verlassenen Haidemühl werden bis heute vom Grundwasser des Tagebaus Welzow Süd mit Grundwasser gespeist und haben sich zu kleinen Naturparadiesen entwickelt. Seit dem Jahr 2008 sind auch Schwäne an den Seen zu finden. Erst im Mai erblickten drei Jungschwäne das Licht der Welt. Zu den Schwänen haben die Mitglieder des Welzower Angelvereins Petri Wels ein besonderes Verhältnis.

Ein ganz besonderer Zögling ist Schwan Gustl. Eckehard Volland fand sie 2012 im Wurzelteich eingefroren und rettete das verletzte Tier. Gustl lebt allein am Zollhausteich in Proschim. Volland schaut, wann immer es die Zeit erlaubt, am Teich vorbei. Allerdings wechseln die Schwäne ihr Revier von Juni bis August. Die Elterntiere von den Haidemühler Seen zieht es dann wegen der besseren Nahrungsgrundlage mit ihren Jungtieren zum Zollhausteich nach Proschim. In dieser Zeit wechselt Gustl in das andere Revier. In den Wintermonaten jedoch überwintert Gustl bei den sieben Gänsen von Eckehard Volland in Welzow.

Umso größer war der Schock, als  Eckehard Volland in der vergangenen Woche einen toten Jungschwan in Haidemühl fand. Noch am Vortag waren Henne Suse und Ganter Gustav II mit ihren drei jungen Schwänen munter im Ständerteich geschwommen. Ein weiterer Jungschwan ist verschwunden – und tauchte auch nach einer großangelegten Suche nicht wieder auf.

Schon öfter hätten sich hier Leute rumgetrieben, denen die Schwäne ein Dorn im Auge waren, erzählt Engelbert Natusch. Da es sich aber um  ein öffentliches Angelgewässer handele, greife man nur  durch, wenn sich fremde Angler total daneben bewegen oder  sogar Feuer am See machten, was zuletzt vor einigen Tagen der Fall gewesen sei. „Aber wir können ja auch nicht ständig nur hier an den Gewässern auf Lauer sein“, so der Vereinsvorsitzende. Fälle wie in Spremberg, wo Schwäne mit verschluckten Angelhaken verendeten, sind auch den Welzower Anglern bekannt. Die beiden Männer sind sich jedoch sicher, dass der gefundene tote Jungschwan weder von einem Fuchs, noch von einem Wolf gerissen worden ist.

(dbo)