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Pulsberger plant einen eigenen Hofladen

Einen Höhepunkt des Pulsberger Hoffestes bildete eine große Treckerschau mit Fahrzeugen aus den umliegenden Orten.
Einen Höhepunkt des Pulsberger Hoffestes bildete eine große Treckerschau mit Fahrzeugen aus den umliegenden Orten. FOTO: trt1
Spremberg. Wenn Familie Gäbler auf ihren Hof bittet, dann gibt es nicht nur Rindfleisch aus eigener Produktion und Meerrettich aus dem Spreewald. Es gibt auch viel zu sehen und zu erfahren: etwa, dass ein Hofladen in Planung ist. Torsten Richter-Zippack / trt1

Bei strahlendem Sonnenschein haben Hunderte Gäste dem vierten Pulsberger Hoffest einen Besuch abgestattet. Neben einer ganzen Reihe von Tieren, von Kühen bis zu Gänsen, sowie einer Treckerparade und einem Gastspiel der beliebten Lausitzer Partyband "Na Und" wartete Gastgeber Dieter Gäbler mit mehreren kulinarischen Spezialitäten auf. Rindfleisch mit Meerrettich stand dabei ganz oben. Kein Wunder, erzeugt der Familienbetrieb das Fleisch selbst. Der Meerrettich sei dagegen aus dem Spreewald zugekauft, wie Dieter Gäbler verriet.

Mittelfristig könnten diese Produkte im eigenen Hofladen veräußert werden. Davon träumt zumindest der 59-jährige Unternehmer. "Frühestens im nächsten Jahr soll es so weit sein", kündigte Gäbler an. Größte Baumaßnahme bis zur Eröffnung sei ein Kühlhaus. Verkauft werden sollten unter anderem Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch, ebenso frisches Brot und Kuchen. Der entsprechende Backofen existiere bereits.

In diesem Jahr existiert der Gäblersche Hof in Pulsberg im 30. Jahr. Damals hatte Dieter Gäbler ein Siedlungshaus im teildevastierten Spremberger Ortsteil bezogen. Im Laufe der Jahre hatte der Landwirt mit Leib und Seele Ländereien dazugekauft. Mittlerweile seien es 30 Hektar. "Ich denke, wir können wirklich stolz sein, was wir hier aufgebaut haben", sagte Gäbler und blickte auf seine Familie.

Hauptberuflich ist der gebürtige Oberlausitzer als Klauenpfleger tätig. Während des Hoffestes lief ihm sein ehemaliger Chef über den Weg. "Ich erinnere mich noch gut an das Jahr 1975. Da kam der Dieter in unsere LPG und wollte den Rindern die Klauen schneiden. Er erschien in Gummistiefeln und Turnhose und bat um einen Arbeitskittel", erinnerte sich Herbert Branzko, Chef der damaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft Türkendorf, schmunzelnd. Und klopfte zugleich seinem damaligen Arbeiter anerkennend auf die Schulter: "Du hast wirklich was Ordentliches aus dir gemacht."

Selbst die Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier ließ sich das Pulsberger Hoffest nicht entgehen. Im rund 50 Einwohner zählenden Ortsteil stünden dieses und nächstes Jahr zwar keine Investitionen vonseiten der Stadt an. "Da ist es natürlich wichtig, dass durch Eigeninitiative solche Veranstaltungen wie heute aus der Taufe gehoben werden", lobte das Stadtoberhaupt.

Eines wünschen sich die Pulsberger neben dem kommenden Hofladen aber dennoch, und zwar eine Schwarzdecke auf ihrer Siedlungsstraße. Gerade in Trockenzeiten wie derzeit sorge die Trasse bisweilen für mächtig Staub.