| 11:18 Uhr

Spremberg
Kranker Straftäter wünscht sich Prozess-Ende

Spremberg/Cottbus. Ein Mann hat über Jahre Menschen in Spremberg terrorisiert. Jetzt möchte er, dass der Prozess aufhört.

Der Beschuldigte, wünscht sich, dass das Verfahren endlich vorbei ist. Der Richter am Landgericht aber sieht das anders.

Weitere Zeugen haben in dieser Woche ausgesagt, von dem sich viele Einwohner der Stadt terrorisiert fühlen. Das Gericht befindet in seinem Prozess darüber, ob er auf Dauer in der Psychiatrie unterkommen wird. Denn die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er schuldunfähig ist: Die Symptome seiner Erkrankung deuten auf paranoide Schizophrenie hin.

In den vergangenen Wochen berichteten mehrere Zeugen, dass sie in ständiger Angst vor den Attacken des 33-jährigen Mannes leben. Demnach schlug er Scheiben ein, er griff Menschen auf offener Straße an, und er warf Steine gegen Türen. Insgesamt legt ihm das Gericht 16 Straftaten zur Last, wobei die Zahl der angezeigten Delikte weit darüber hinaus reicht.

Der Beschuldigte selbst erklärte beim Gerichtstermin in dieser Woche: „Hier wird doch nichts Schlimmes passieren, oder?“ Er habe sich schließlich bemüht, „alles wieder in Ordnung“ zu bringen, gesundheitlich gehe es ihm „auch nicht so gut“. An seinen Rechtsanwalt gewandt, sagte er: „Ich möchte, dass jetzt hier Feierabend ist.“ Für ihn sei „das alles abgeschlossen“.

Allerdings wird das Landgericht diesem Wunsch nicht entsprechen. Denn der Prozess setzt sich bis in den Dezember fort. Während der jüngsten Verhandlung berichtete ein Kfz-Mechatroniker, er habe im Jahr 2011 beobachtet, wie der Beschuldigte den Auspuff eines Autos zustopfte – vermutlich mit Silberpapier und einem Zollstock. „Das Kuriose war, dass wir zehn Meter daneben standen, als er das machte“, sagte der Zeuge.

Der Beschuldigte selbst erläuterte daraufhin: „Wahrscheinlich ging’s mir nicht gut, ich hab nicht durchgesehen.“ Ihm hätten „die ganzen Leute eine Heidenangst“ eingejagt, erklärt er. „Jetzt ist es wieder einigermaßen in Ordnung, und es tut mir leid, mehr kann ich auch nicht dazu sagen.“