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| 15:49 Uhr

Aus dem Gerichtssaal
Prozess beleuchtet Angriff auf Syrer in Spremberg

Spremberg/Cottbus. Zeuge sagte am Donnerstag vor dem Richter aus.

Ein junger Mann aus Spremberg soll einen Syrer im November 2016 in der Innenstadt angegriffen und verletzt haben. Mit diesem Fall befasst sich derzeit das Cottbuser Amtsgericht.

80 Minuten lang befragten Richter und Anwälte am Donnerstag den 20-jährigen Syrer, den ein Dolmetscher in den Zeugenstand begleitete. Er berichtete, damals sei er im Spremberger Stadtzentrum auf eine Gruppe junger Männer getroffen, die ihn wegen seiner ausländischen Herkunft beschimpfte, ihn attackierte und seine Kleidung zerriss. Später habe er über die Internetplattform Facebook den Angeklagten identifizieren können: Philipp S., heute 21 Jahre alt. „Diese Gruppe, fünf bis sieben Personen, hat uns öfter angegriffen“, sagt der Syrer, der inzwischen aus Spremberg weggezogen ist. Der Angeklagte habe ihn an jenem Abend zuerst attackiert. „Ich habe versucht, mich zu verteidigen“, sagte der Zeuge. Dann sei er jedoch zu Boden gegangen. An den Verletzungen leide er bis heute. So schmerze sein linkes Auge.

In manchen Details wich seine Aussage vor Gericht von der Erinnerung ab, die er im Jahr 2016 gegenüber der Polizei geschildert hatte. Mitunter sagte er, mit Einzelheiten von damals konfrontiert: „Das stimmt nicht.“ Unklar blieb am Donnerstag, ob dieser Widerspruch dem Einsatz von Dolmetschern geschuldet ist – oder auch der langen Zeit, die zwischen der Tat und der Gerichtsverhandlung verstrichen ist. Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Alexander Franz, hakte aufgrund der abweichenden Schilderung des Zeugen nach: „Nur zum Verständnis, die Belehrung des Richters zur Wahrheitspflicht haben Sie verstanden?“

Der Prozess am Amtsgericht wird im Oktober fortgesetzt. Dann sollen weitere Zeugenaussagen folgen.