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Proschimer verarbeiten drei Zentner Kartoffeln

Während des Kartoffelfestes hatten Anna Lehmann (vorn) und Simone Wojahn beim Basteln mit den Maisblättern viel Freude.
Während des Kartoffelfestes hatten Anna Lehmann (vorn) und Simone Wojahn beim Basteln mit den Maisblättern viel Freude. FOTO: amz1
Proschim. Auf großen Anklang ist am Tag der Deutschen Einheit das Proschimer Kartoffelfest in und an der Mühle gestoßen. Egal, ob Kartoffelsuppe, Bratkartoffeln mit Sülze, Kartoffelpuffer sowie frischgebackenes Brot und Kuchen, ebenso Brezeln: Alles fand reißenden Absatz. amz1

Und das, obwohl bis zum Mittag der Himmel immer wieder seine Schleusen öffnete.

"Wir haben insgesamt drei Zentner Kartoffel verarbeitet", rechnet Janos Derecskei vom Landtechnik-Verein vor. Die Erdäpfel hatten die Proschimer bei den Lindchener Bauern besorgt. Nach Angaben von Günther Jurischka von den Landtechnikern ist 2017 ein sehr gutes Kartoffeljahr, zumindest was die Früchte in seinem eigenen Garten angeht: "Das feuchte und warme Wetter während des Sommers hat den Kartoffeln gutgetan."

Anlässlich des Kartoffelfestes wird auch fleißig gebastelt. Mehrere Frauen unter Anleitung von Anna Lehmann haben sich zwar keine Kartoffeln, dafür aber Maiskolben besorgt. Benötigt werden dafür die Hüllenblätter, die "Lieschen". "Sie sind ein fabelhaftes Naturprodukt", weiß Anna Lehmann. Ähnlich wie Stoffe lassen sich die Blätter verarbeiten. So entstehen unter anderem diverse Figuren, Schalen, die wiederum als Kartoffelablage dienen können, sowie mit Rainfarn oder Schafgarbe dekorierte Blüten. "Ein wunderbarer Schmuck für Türkränze oder Sektflaschen", so Lehmann.

Indes setzen die Proschimer Landtechniker auf das kommende Jahr. Wenn alles klappt wie geplant, sollen mal wieder die Bauleute an die Mühle anrücken. "Die Pflasterung für den 200 Quadratmeter großen Eingangsbereich ist über die Dorferneuerung beantragt", erklärt Günther Jurischka. Bislang müssen die Besucher über uralte und löchrige Betonplatten laufen, die nicht zuletzt auch optisch kaum zur schmucken Klinkerfassade der Mühle passen. Besonders am ehemaligen Silo sei die Sturzgefahr am größten. Ob indes die finanziellen Mittel für das neue Pflaster bereitgestellt werden, entscheide sich noch im Oktober. Und im kommenden Jahr solle das Projekt dann durchgezogen werden.