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Proschimer präsentieren erste Osterschau

Simone Wojahn präsentiert Auszüge aus der ersten Proschimer Osterausstellung. Diese kann auch am Festwochenende besichtigt werden.
Simone Wojahn präsentiert Auszüge aus der ersten Proschimer Osterausstellung. Diese kann auch am Festwochenende besichtigt werden. FOTO: T. Richter-Zippack/trt1
Proschim. Eine kleine, aber feine Osterausstellung kann derzeit im Proschimer Kulturhaus besichtigt werden. Zu sehen sind Dutzende handverzierte Eier mit großteils sorbischen Motiven, österliche Lesezeichen und kleine Schäfchen. Torsten Richter-Zippack/trt1

Nach Angaben von Simone Wojahn vom örtlichen Förderverein haben mehrere Proschimer Frauen die Ausstellung liebevoll gestaltet. Dazu gehören unter anderem Landwirtin Petra Rösch sowie die Hobbykünstlerinnen Helga Tetsch und Marlies Murawski. Mit den Exponaten solle an die sorbischen/wendischen Wurzeln des Dorfes erinnert werden.

Bräuche, etwa das Ostersingen und das Osterwasserholen, seien im Dorf dagegen längst Vergangenheit. Kein Wunder, existiert doch auch der alte Landgraben nicht mehr, aus dem früher die jungen Frauen am Ostermorgen das begehrte Nass, das Gesundheit und Schönheit versprach, schöpften. Das Gewässer schlängelte sich einst von Ost nach West, eine Grundvoraussetzung für Osterwasser. Denn dieses soll, so will es die Tradition, aus jener Richtung kommen, in der die Sonne aufgeht. Seit ein paar Jahren gibt es zwar einen neuen Landgraben, der südlich von Proschim vorbeiführt. Doch dieser verfügt bislang über kein Wasser. Außerdem handelt es sich lediglich um ein Bauwerk der Bergbausanierer zur Flutung der Seenkette.

Eigenen Recherchen zufolge gibt es in Proschim heute so gut wie keine sorbischen/wendischen Muttersprachler mehr. Lediglich wenige Ältere beherrschen noch ein paar Brocken der westslawischen Sprache. Doch seit wenigen Jahren werde versucht, das Sorbische/Wendische im 340Einwohner zählenden Ort neu zu beleben. Dazu zählen insbesondere Sprachkurse sowie Lehrgänge in sorbischen/wendischen Bräuchen und Traditionen.

Die erste Proschimer Osterschau soll noch bis zum Auferstehungsfest im Foyer des Kulturhauses zu sehen sein. Besichtigungen seien nach Voranmeldung möglich, so Simone Wojahn. In den Abendstunden des Karsamstags werde nur einen Steinwurf entfernt auf dem Sportplatz das traditionelle Osterfeuer entzündet. Und für den ersten Feiertag stehe der Ostertanz im Kulturhaus auf dem Programm, informieren die Proschimer.