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| 01:45 Uhr

Proschimer lernen sorbische Sprache

Proschim. In Proschim wird wieder Sorbisch/Wendisch gesprochen. Zumindest während des ersten Sprachkurses, den Marianne Kapelle mit der Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur und der Ländlichen Erwachsenenbildung in den vergangenen Wochen angeboten hat. Von Torsten Richter

In fünf Unterrichtsstunden wurden Grundkenntnisse der westslawischen Sprache sowie Informationen zu Trachten und Geschichte der sorbischen/wendischen Lausitz vermittelt.

Der “Schnupperkurs„ geht nach Angaben von Marianne Kapelle auf eine Empfehlung des Sorbischen Institutes Bautzen zurück. Wissenschaftlerinnen dieser Einrichtung hatten seit Ende 2008 die noch vorhandenen sorbischen/wendischen Rudimente in Proschim erforscht.

Die erste Kursstunde leitete Schulleiterin Maria Elikowska-Winkler selbst. Locker brachte sie den 13 Proschimern und Welzowern das Alphabet sowie die ersten Wörter und Sätze bei.

Die meisten Teilnehmer kamen erstmals mit der zischlautreichen Sprache direkt in Berührung. Dazu gehörte auch Regina Pfeiffer, die mit ihrem Mann Günter aus Welzow angereist war. “Ich hatte in der Schule vier Jahre Russisch, aber das ist eine ganz andere Sprache. Mit ein paar Sorbisch-Wörtern will ich meine Allgemeinbildung vergrößern„, erklärte die 69-Jährige.

Gisela Paulo wollte dagegen ihrem Schwiegersohn nicht nachstehen. Diesem bringe derzeit ein Arbeitskollege die sorbische/wendische Sprache bei. Ansonsten sei die 81-Jährige durch zahlreiche Besuche im nahen Bluno mit der slawischen Sprache in Kontakt gekommen.

Wohl die meisten Vorkenntnisse brachte Anna Attula (73) mit. Die gebürtige Blunoerin, die seit 51 Jahren in Proschim lebt, wusste von ihren Großeltern zu berichten.