Alternative Energien machen es möglich. Um diese und um den Klimawandel drehen sich 2016 mehrere öffentliche Veranstaltungen im Rahmen der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB), kündigt Johannes Kapelle an.

Konkrete Themen und Termine stehen derzeit zwar noch nicht fest, dafür aber die Inhalte, über die gesprochen werden soll, so Kapelle. So werde der Berliner Wissenschaftler Dr. Christian von Hirschhausen wieder in Proschim erwartet. Der Wirtschaftsexperte forscht seit Jahren zu den Konsequenzen der Energiewende in Deutschland.

Eine weitere LEB-Veranstaltung drehe sich um das Thema Klima und Klimawandel. Der Wunschreferent von Johannes Kapelle ist Prof. Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung in Potsdam. Ob es allerdings gelinge, den renommierten Klimaexperten tatsächlich in die Lausitz zu holen, sei noch völlig offen. Erst kürzlich hatte Schellnhuber in einem Interview gewarnt, dass die Menschheit nicht mehr viel Zeit habe, um den Klimakollaps abzuwenden. "Auch den Proschimern läuft dabei die Zeit davon", ergänzt Johannes Kapelle.

Weitere Vortragsthemen sollen unter anderem die Förderung von Kommunen in Bezug auf erneuerbare Energien, die Verantwortung der Kirchen sowie eine Veranstaltung zu sozialen Aspekten sein. Für letzteres sei bereits der ehemalige Richter am Bundesgerichtshof, Wolfgang Neskovic, gewonnen worden.

Nicht zuletzt erwarten die Proschimer in diesem Jahr Besuch aus Freiburg im Breisgau. Im Rahmen einer Lausitztour wollen Rathausmitarbeiter der 200 000-Einwohner-Stadt unter anderem das Lausitzer Energiedorf besichtigen.

Die Proschimer befassen sich seit den 1990er-Jahren mit erneuerbaren Energien. Als "Pionier" gilt Erich Bullan, der als erster eine Holzscheitvergasungsanlage installiert hatte, die mit Holz aus heimischen Wäldern arbeitet. Daraus entstand um die Jahrtausendwende eine regelrechte Bewegung im Dorf. Inzwischen, so schätzt Johannes Kapelle, setzten zwischen 20 und 25 Proschimer Familien auf erneuerbare Energien. Mehrere von ihnen könnten inzwischen den selbst erzeugten Strom für eigene Bedürfnisse nutzen. Familie Kapelle selbst verfügt seit Ende 2015 über eine Solarbatterie, um ihren Fotovoltaikstrom zu speichern. Die Kapazität bewege sich bei 20 Kilowattstunden.

Kapelle, der im Sommer 80 wird, meint in der Neujahrsansprache von Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke ein Umdenken erkannt zu haben. "Denn die ihm sonst so wichtige Braunkohlenverstromung wurde in seiner Rede mit keinem Wort erwähnt."