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Proschim erinnert an Zeit des Aufbaus

Proschim. Mit einer Festrede und einem Comedy-Programm erinnern die Einwohner von Proschim an die Gründung ihres Kulturhauses vor 50 Jahren. Heute leben nur noch wenige Zeitzeugen, die einst beim Bau mitgeholfen haben. René Wappler

Allerdings gibt es einen Beitrag im Spremberger Heimatkalender des Jahres 2008, der die Geschichte des Proschimer Kulturhauses beleuchtet. Ihn verfassten Eckhard Tetsch und Johannes Kapelle, der in diesem Sommer gestorben ist. Demnach erfolgte der erste Spatenstich für das Gebäude am 3. März 1965, nachdem sich Bürgermeister Ernst Hampel für das Projekt eingesetzt hatte. "Bis zur Einweihung im Jahr 1966 kamen dann 8000 Stunden geleistete Handarbeit zusammen", heißt es in dem Artikel. Im Jahr 1969 feierte die Kirchgemeinde ihr 50-jähriges Jubiläum im Kulturhaus. Unvergessen blieben nach den Worten der Autoren auch die jährlichen Musikabende im Winter, zu denen Lesungen von Schriftstellern und klassische Konzerte zählten: "Oft genug war der Saal überfüllt."

Dies änderte sich mit dem Ende der DDR. Der ortsansässige Karneval-Klub litt ebenso wie der Männerchor unter Mitgliederschwund. Junge Leute verließen das Dorf - worunter auch das kulturelle Leben in Proschim litt. Besonders hart habe die Einwohner der Verlust der politischen Selbstständigkeit ihrer Gemeinde getroffen, in deren Eigentum sich das Kulturhaus befand. Zwar traten Prominente wie der Schlagersänger und der Komiker Eberhard Kohrs im Kulturhaus auf. Doch kurz vor seinem Tod im August 2016 warnte Johannes Kapelle: Die klassische Dorfgaststätte sei dem Niedergang geweiht, wenn sich kaum noch jemand finde, der sich über eigene Interessen hinaus für das Dorf einsetze. Trotzdem ließ er sich nicht seine Zuversicht nehmen: ""Ich glaube nach wie vor auf mutige, anpackende Menschen in unserer Heimat."

Am Sonntag um 14 Uhr findet die Veranstaltung zum 50. Geburtstag des Proschimer Kulturhauses statt. Den Auftakt bildet eine Festrede von Dr. Andreas Kapelle. Ab 15 Uhr folgt ein Comedy-Kulturprogramm. Der Eintritt dazu kostet nach Angaben der Organisatoren zwölf Euro.