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| 15:36 Uhr

Spremberg investiert in Familienpolitik
Prognose lag bei Geburten daneben

Die Zahl der neugeborenen Kinder steigt in vielen Städten. Statistiker hatten die Zahl allerdings zu niedrig angesetzt.
Die Zahl der neugeborenen Kinder steigt in vielen Städten. Statistiker hatten die Zahl allerdings zu niedrig angesetzt. FOTO: Silvia Marks
Spremberg. Statistiker schätzten den Zuwachs vielerorts zu niedrig ein – auch im Spree-Neiße-Kreis.

Manchmal liegen Prognosen daneben. Das zeigt sich derzeit bei der Zahl der Geburten. In Spremberg kommen mehr Kinder zur Welt, als es Fachleute vorhergesagt haben. Damit folgt die Stadt dem Trend im Land Brandenburg. Deshalb wird aber auch der finanzielle Aufwand steigen, den die Kommunen leisten müssen.

Die Spremberger Stadtverordneten beraten in der nächsten Woche über den Hort der Grundschule am Kollerberg. Sein Ausbau kostet 655 555 Euro. So sieht es der Plan des Rathauses vor. Weitere Investitionen werden in den nächsten Jahren folgen.

Über eine Zahl freute sich Fachbereichsleiter Frank Kulik besonders. Er konnte zu Beginn des Jahres 2018 melden, dass die Zahl der Geburten in Spremberg steigt. 140 waren es im Jahr 2015, 171 im Jahr 2016, 202 im Jahr 2017.

Da erscheint es nur logisch, dass sich die Politiker der Stadt der Zukunft von Kindertagesstätten und Schulen widmen. Im November 2017 hatten die Mitarbeiter des Rathauses eine Zusage für Fördergeld erhalten.  Beim  Ausbau des Hortes an der Kollerbergschule hilft das Programm „Soziale Integration im Quartier“. Sein Anteil beträgt 90 Prozent. Somit steuert die Stadt 65 555 Euro bei.

In vielen Regionen des Landes Brandenburg übertrifft die Zahl der Geburten die Prognose. Das geht aus der Statistik der Landesregierung hervor. Für den Spree-Neiße-Kreis rechneten die Fachleute in den Jahren 2015 und 2016 mit jeweils 700 Geburten. Tatsächlich kamen 775 Kinder im Jahr 2015 zur Welt, 814 im Jahr 2016. Ähnlich sieht die Tendenz im Elbe-Elster-Kreis aus, in Oberspreewald-Lausitz und in Dahme-Spreewald.

Einen Katalog von Fragen reichte die fraktionslose Abgeordnete Iris Schülzke bei der Regierung in Potsdam ein. So wollte sie wissen, wie der Bedarf an Personal und Plätzen in Kindergärten und Schulen gedeckt wird. „Der Trend entwickelt sich ja anders, als es die Pläne vorgesehen haben“, sagt sie. „Mich interessiert, wie das Land reagiert.“

Es wird schwieriger, Stellen für Lehrer zu besetzen. Das antwortete ihr die Ministerin für Bildung, Britta Ernst (SPD). Je weiter eine Region von Berlin entfernt liegt, desto weniger voll ausgebildete Lehrkräfte finden sich nach den Worten der Ministerin.

7102 neue Plätze entstehen unterdessen bis zum Ende des Jahres 2018 in den Kindergärten des Landes Brandenburg. Investitionen in die Infrastruktur dieser Häuser fördert das Land in den Jahren 2018 und 2019 mit jeweils zehn Millionen Euro.  

Der Plan für den Spremberger Haushalt enthält ebenfalls klare Ziele. Mit einem Aufwand von 800 000 Euro soll bis zum Jahr 2019 der Kindergarten Grünschnäbel saniert werden. 262 500 Euro dienen dem Gebäudekomplex in Graustein. Noch in diesem Jahr soll ein Gutachten für den Kindergarten in Wadelsdorf vorliegen, das 50 000 Euro kostet.

Dabei lassen sich die Investitionen auch in Nachbarregionen nicht so einfach stemmen. 160 000 Euro bis 180 000 Euro nimmt die Gemeinde Felixsee in jedem Jahr aus ihrem Haushalt, um die beiden Kindergärten in Betrieb zu halten. Das berichtet Bürgermeister Peter Rabe. „Zugleich wird unsere finanzielle Lage von Jahr zu Jahr schwieriger“, sagt er. „Wenn wir Geld an einem Ort einsetzen, fehlt es wieder an anderer Stelle.“

Der allgemeine Zuwachs an Babys ändert unterdessen nichts daran, dass der Altersdurchschnitt weiter steigt. In Spremberg lag er im Jahr 2017 bei 48,59 Jahren. Zum Vergleich: Im Jahr 1991, kurz nach dem Ende der DDR, hatte er ungefähr 38 Jahre betragen.