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| 11:13 Uhr

"Probeflug" in die weite Welt der Marktwirtschaft

Spremberg. Gründergeist und Wettbewerbslust hat 16 Schüler der zwölften Klassenstufe im Oberstufenzentrum (OSZ) 2 Spree-Neiße in Spremberg gepackt. "Probeflug" heißt ihre Firma, mit der sie Jugendveranstaltungen in Spremberg organisieren wollen. Die 17- und 18-Jährigen nehmen mit dem Projekt am "Junior"-Wettbewerb des Institutes der deutschen Wirtschaft in Köln teil. Ein Schuljahr lang werden die Jugendlichen eine reale Firma mit einem realen Startkapital von 900 Euro führen und versuchen, vielleicht sogar Gewinn zu erwirtschaften. Von Anke Richter

Wenn ihre Mitschüler nach dem Unterricht nach Hause eilen und sich in die Freizeit stürzen, dann sind die 15 Jung-Unternehmer um Carolin Kuhlee derzeit unterwegs, um für ihre Firma "Probeflug" zu werben und die 90 Anteilsscheine für je zehn Euro zu verkaufen. Die 17-Jährige ist eine von zwei gewählten Geschäftsführern und ist von ihren ersten Einblicken ins Wirtschaftsleben begeistert. "Es ist spannend, Kontakt zu regionalen Firmen aufzunehmen und sie von unserem Konzept zu überzeugen, damit sie Anteilsscheine kaufen." Dass sie dabei auch auf ihr Auftreten, ihre Sprache und Kleidung achten müssen, sei allen schnell klar geworden. "Wir müssen uns erwachsen benehmen", sagt Carolin Kuhlee und lächelt dabei. Bei ihren Firmen-Besuchen, die in den Bereich Werbung und Marketing fallen, sind die Jugendlichen jedoch nicht immer erfolgreich. "Manche Leute sagen ganz direkt, dass sie von unserer Geschäftsidee nicht überzeugt sind", berichtet Anett Betker. Horst Junge, Lehrer für Wirtschaftswissenschaft am OSZ 2 und Schulpate für "Probeflug" findet es sogar gut, dass seine Schüler nicht gleich überall auf offene Türen stoßen. "So läuft es halt in der realen Marktwirtschaft, und darin sollen die Schüler ja einen Einblick bekommen." Bis Anfang Dezember wollen die Jugendlichen ihr Startkapital zusammen haben. "Dann ist eine Vollversammlung für alle Anteilseigner geplant, auf der wir die Geschäftsidee und die weitere Entwicklung vorstellen", erzählt Martin Panoscha. Denn erklärtes Ziel der Jungunternehmer ist es, tatsächlich ein paar Veranstaltungen auf die Beine zu stellen und das Startkapital zu vermehren. "Wir wollen jedoch nicht nur für Jugendliche etwas anbieten, sondern vielleicht auch junge und alte Menschen zusammenbringen", verrät Martin Panoscha erste Ideen. Zwischenzeitlich müssen die Schüler immer wieder Zwischenberichte zum Stand der Firmenentwicklung und monatliche Abrechnungen an das Institut für deutsche Wirtschaft nach Köln schicken. Denn als echte Firma, wenn auch nur für ein Jahr, "werden den Mitarbeitern Löhne ausgezahlt und Lohnsteuer muss an das Institut abgeführt werden", sagt Horst Junge. Ob Stundenlöhne oder die personelle Besetzung in den Bereichen Geschäftsführung, Marketing, Technische Leitung, Dienstleistung, Verwaltung und Finanzbuchhaltung – "wir haben alles selbst festgelegt und gewählt", erklärt Carolin Kuhlee. Am Ende des Wettbewerbes entscheide nämlich nicht nur die Höhe des Gewinnes über den Sieger, sagt Horst Junge. "Es werden auch zusätzliche Punkte für die Art und Weise, wie die Firma geführt wurde, vergeben." Des Lehrers Blick ruht zufrieden auf seinen Schützlingen, während die voller Begeisterung über das Abenteuer Wirtschaft berichten. "Das Wissen, das sich die Schüler durch dieses Projekt aneignen, wird im Unterricht sehr hilfreich sein", sagt er. Als noch viel wichtiger beurteilt er jedoch die Arbeit der Schüler als Team. "Alle 16 müssen, um Erfolg zu haben, als Gruppe zusammenarbeiten sowie lernen, die eigene Meinung vernünftig zu vertreten." Zum Thema Messe im Visier Am 2. und 3. November nehmen Mitarbeiter von "Probeflug" an der 2. Internationalen Schülerfirmen-Messe im FEZ-Berlin teil, um ihr Firmenkonzept zu präsentieren. Wer einen der 90 Anteilsscheine des Jung-Unternehmens "Probeflug" im Wert von zehn Euro erwerben möchte, kann sich an das OSZ 2, Tel. (03563) 60 10 02, wenden.