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Premiere am Groß Buckower See

Auf der Jagd nach Weißfischen wie Plötze, Rotfeder oder Bleiche waren die Angler am Groß Buckower See. Der Cantdorfer Anglerverein arbeitet mit dem Naturschutzbund zusammen.
Auf der Jagd nach Weißfischen wie Plötze, Rotfeder oder Bleiche waren die Angler am Groß Buckower See. Der Cantdorfer Anglerverein arbeitet mit dem Naturschutzbund zusammen. FOTO: Martina Arlt/mat1
Spremberg. Gleich an beiden Gewässern des Groß Buckower Sees am Stadtrand von Spremberg wurde am Samstag geangelt. Zwischen dem Cantdorfer Verein und dem Naturschutzbund (Nabu) gibt es seit Februar 2016 einen Kooperationsvertrag. Ziel ist der Naturschutz und die Koordination des Angelsports. Martina Arlt / mat1

Im Rahmen des Artenschutzes für Lurche und Amphibien sollen die Angler behilflich sein, das ökologische Gleichgewicht in diesen Gewässern zu erhalten. Denn auch die Wasserqualität muss stimmen. Ein Angler ist auch immer ein Naturschützer. Und auch der Groß Buckower See ist ein Naturschutzgebiet. Eigentümer des Gewässers ist die Stadt und somit musste auch der Cantdorfer Anglerverein eine Ausnahmegenehmigung für diese Veranstaltung am Samstag "in der Tasche" haben.

Mehr als 20 Kinder und Jugendliche rückten dann auch mit ihrer Angelausrüstung an, um den überschüssigen Weißfischbestand zu reduzieren. Hatten sie den richtigen Fisch an der Angel, war er auch zur persönlichen Verwertung freigegeben. Weißfische sind beispielsweise Fischarten wie Plötze, Rotfeder oder Bleie. Auch wer einen Karpfen oder einen Hecht an der Angel hatte, musste diesen nicht wieder zurück ins Wasser werfen.

Zu diesem Angelnachmittag unter Obhut des Nabu hatte sich der Cantdorfer Anglerverein unter Vorsitz von Eberhard Brünsch Freunde des Angelsports des Welzower Vereins Petri Wels unter Leitung von Engelbert Natusch eingeladen. Der Welzower Verein zählt immerhin 60 Mitglieder, darunter auch Kinder und Jugendliche. Die Kinder und Jugendlichen der beiden Anglervereine reisten jeweils mit Friedfischangel, Pose, Naturköder wie Maden, Würmer und Zwiebackteig an. Denn wie man aus Anglerkreisen hörte, hat ein Angler diese "Lockmittel in der Hosentasche".

Der Cantdorfer Anglerverein gründete sich im Jahr 1968 und zählt heute 72 Erwachsene, darunter zwei Ehrenmitglieder und außerdem noch 20 Kinder. Im Vorstand arbeiten Eberhard Brünsch (er ist seit 20 Jahren Vorsitzender), Heinz Lohr, Ernst-Dieter Henning, Jugendwart Lars Bränzel, Ralf Brose und Hubert Zell, mit. Die Jugendgruppe wird in diesem Verein von Lars Bränzel geleitet. Es gibt auch eine gute Zusammenarbeit mit dem Max- und Moritz-Hort in Spremberg, um vielleicht den einen oder anderen Schüler "herauszufischen", der sich für dieses Hobby interessiert. Zu den erfolgreichen Anglern bei den Cantdorfern zählen Maria Jantke, Martin Scholta sowie bei den Kindern Ricardo Grätz, Tristan Perge und Anna Bränzel.

In Abstimmung mit dem Nabu fand nun diese Premiere am Groß Buckower See statt. Dennis Henning als Geo-Ökologe vom Nabu steht den Anglern jederzeit beratend zur Seite. Ziel soll es auch künftig sein, die Zusammenarbeit zwischen dem Nabu und den regionalen Anglerverbänden herzustellen. Als jüngstes Mitglied im Cantdorfer Verein gilt der achtjährige Max Brünsch. Hubert Zell ist mit seinen 74 Jahren einer der ältesten Mitstreiter. "Jederzeit nehmen wir auch gern Kinder und Jugendliche auf, die für den Angelsport Interesse zeigen. Das jüngste Eintrittsalter ist acht Jahre", sagt Eberhard Brünsch.

Der Cantdorfer Anglerverein hat sein Domizil im Anglerheim an der Spree. Zu den Aktivitäten gehören mehrere Arbeitseinsätze im Jahr an Nabu-Gewässern, Angeln an den Cantdorfer Wiesen, die Teilnahme am Umzug des Heimatfestes sowie Anangeln im Mai und Abangeln im September. Erfolgreich schneiden die Cantdorfer mit der Jugendmannschaft auch immer wieder beim Kreishegefischen an den Cantdorfer Wiesen ab.

"Wenn wir unseren Naturschutztag in den Kuthen begehen, dann ist dieser Tag auch meist von Erfolg gekrönt. Zwei Kinder können wir meist dann für unseren Verein gewinnen", erzählt Eberhard Brünsch. Auch der Groß Buckower See mit einer Fläche von vier Hektar wird von Vertretern des Nabu, vom Cantdorfer Anglerverein und Mitstreitern des Dorfentwicklungsverbandes gepflegt.

Der Groß Buckower See ist aber auch für Fotografen ein Naturidyll, wie Lennart Pilz betont. Er hat bereits eine Blessralle, einen Eisvogel, Rohrsänger sowie Limikolen-Arten hier vor sein Objektiv bekommen. Auch das Teichhuhn brütet in diesen Gefilden, wie er verrät.