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| 19:15 Uhr

Jugend musiziert in Spremberg
Wie 298 junge Leute Gutes tun

 Fünf Ausgezeichnete von der Musik- und Kunstschule „Johann Theodor Römhild“ in Spremberg : Die Musikpädagogin Elena Kundt, die einen Sonderpreis gewann, gratuliert hier (v. l.) Juna Scheibe, Henriette Kobus, Leonie Bullan und Lea Mareen Greiner zu ihren ersten Preisen.
Fünf Ausgezeichnete von der Musik- und Kunstschule „Johann Theodor Römhild“ in Spremberg : Die Musikpädagogin Elena Kundt, die einen Sonderpreis gewann, gratuliert hier (v. l.) Juna Scheibe, Henriette Kobus, Leonie Bullan und Lea Mareen Greiner zu ihren ersten Preisen. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Spremberg. Fünf Bands aus Brandenburgs Süden rocken zum Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Eberswalde. Von Annett Igel-Allzeit

14 Grad Celsius – mehr schafft die gute alte Fußbodenheizung in der Spremberger Kreuzkirche nicht. Aber das stört die Stimmung zur Preisverleihung des Regionalwettbewerbes „Jugend musiziert“ kein bisschen. Gespannt sitzen die Schüler mit ihren Eltern, Großeltern und Geschwistern, mit Freunden und Lehrern auf den Kirchenbänken. Einige haben ihre Instrumente in die Gänge geschoben. Aber sie müssen an diesem Abend nicht mehr musizieren. Ric Reinhold spielt die Sauer-Orgel. „Zigmal“ hat er sich als Kind und Jugendlicher „Jugend musiziert“ gestellt. Mit mäßigen Erfolg, wie er gesteht. Aber er hat Kirchenmusik studiert und ist jetzt der neue Kantor in Spremberg.

Gabriel Zinke, Vorsitzender des Landesausschusses „Jugend musiziert“, feiert in seiner Rede die jungen Musiker: „Ihr tut hier ausnahmslos alle etwas besonders Gutes. Ihr habt eine Gabe, die das Leben wunderbar sein lässt, die Seelen heilt, die Menschen besser macht und die Gesellschaft menschenwürdiger.“

Sonja Junghänel, die Leiterin der gastgebenden Musik- und Kunstschule „Johann Theodor Römhild“ Spree-Neiße, ruft fünf der sechs Bands, die sich über den ganzen Samstag der Jury gestellt hatten, vor den Altar. Vier Bands der Kreismusikschule „Gebrüder Graun“ Elbe-Elster und die Band der Kreismusikschule Oberspreewald-Lausitz haben sich mit 24 und 23 Punkten für den Landeswettbewerb qualifiziert. Aber keine der Bands ist mehr da. An einem Samstagabend haben sie in aller Regel irgendwo eine Mucke, vermutet Sonja Junghänel.

Auch von den Pop-Sängern, die zum Teil schon Donnerstag tolle Auftritte hatten, sind nur wenige bis zur Auszeichnung geblieben oder erneut nach Spremberg gekommen. Neben der roten Mappe mit der Urkunde gibt es für alle Preisträger ein kleines Klinger Mammut – das Maskottchen des Kreises. Und applaudiert wird mit Händen und Füßen und Jubel in allen Tonlagen.

In 184 Beiträgen stellten sich 298 Kinder und Jugendliche an drei Tagen und fünf Spremberger Standorten in zwölf Kategorien den Jurys. Die Höchstpunktzahl 25 hat Seltenheitswert. Aber bei den Streichern solo sicherten sie sich vier Schüler des Konservatoriums Cottbus: Clemens Fischer (Violine), Juliette Maulbrich (Violoncello), Lara Brewig und Clara Orphelia Last (beide Bratsche). An der Seite von Clara Orphelia erreichte Johanna Dalchow am Klavier die 25 und gewann damit den Sonderpreis als jugendliche Begleitung. Weitere 25 Punkte sicherten sich Nils Ertle von der Kreismusikschule „Gebrüder Graun“ Elbe-Elster am Marimbaphon, Daniel Grunski vom Cottbuser Konservatorium mit seinem Akkordeon und das Gitarren-Duo Mika Netzker und Curd Rühlicke vom Konservatorium. Riesig gefreut haben sich über die volle Punktzahl auch der Querflötist Kurt Ulrich und der Pianist Maximilian Schwarze von der Städtischen Musikschule „Johann Crüger“ Guben.

Mit 14 Sonderpreisen für insgesamt 3500 Euro werden die jeweils höchsten Wertungen in jeder Kategorie belohnt. Die Ehrung für herausragende pädagogische Leistungen darf in diesem Jahr Elena Kundt, Klavierlehrerin, erfahrene Korrepetitorin und Koordinatorin sämtlicher Veranstaltungen der Musik- und Kunstschule Spree-Neiße, genießen. Und ein dickes Lob bekommt der stellvertretende Direktor des Konservatoriums, Michael Dittrich: Er ist der Regionalsprecher von „Jugend musiziert“ in der Region Süd. Seine Frau Beate Dittrich, Gitarrenlehrerin am Konservatorium, steht ihm zur Seite. Aber sechs Jahre mit dieser Aufgabe genügen den Dittrichs. Im nächsten Jahr wird die Cello-Lehrerin Anna Korr als Regionalsprecherin starten.

Der Regionalwettbewerb Sachsen/Lausitz findet übrigens am 2. und 3. Februar in Hoyerswerda statt.