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| 16:48 Uhr

Feuerwehrausbildung
Praxisnahe Ausbildung direkt bei der Leag-Werksfeuerwehr

Ausbildungsleiter Lars Mudra von der Leag-Werksfeuerwehr.
Ausbildungsleiter Lars Mudra von der Leag-Werksfeuerwehr. FOTO: Anja Guhlan
Schwarze Pumpe. Feuerwehranwärter meistern Einsatzübung im Industriepark und sind dem Abschluss der Grundausbildung wieder ein Stück näher. Von Anja Guhlan

Die 18 Feuerwehranwärter, die derzeit einen Abschnitt ihrer Grundausbildung bei der Werksfeuerwehr der Leag im Industriepark Schwarze Pumpe absolvieren, sitzen im Klassenraum und pauken Theorie, als plötzlich der Alarm schrillt. Verkehrsunfall mit einem Lkw und zwei Pkw. Es gibt zwei eingeklemmte Personen, der Lkw-Fahrer ist flüchtig. Sofort springen die Feuerwehranwärter von ihren Stühlen auf, rennen zu den Umkleiden und besetzen dann die Einsatzfahrzeuge. Mit Sirenengeheul fahren sie zum Einsatzort. Nach einer kurzen Lagebesprechung werden durch die Größe des Unfalls zwei Einsatzbereiche gebildet.

Ausbildungsleiter Lars Mudra von der Werksfeuerwehr der Leag erklärt, dass das Einsatzziel die Rettung der Personen ist. „Das Szenario ist schon komplex, aber durchaus üblich im Alltag“, berichtet er. Die Einsatzkräfte kümmern sich nach der Lagebesprechung sofort um die eingeklemmten Personen, die von Dummys dargestellt werden. Zur Befreiung einer Person war schweres Gerät erforderlich. Da sich die Fahrertür nach dem Einschlagen der Scheibe nicht von innen öffnen ließ, wurde mit dem Spreizer die Tür gewaltsam entfernt. Im Anschluss musste zum Abtransport der verletzten Person auch noch das Dach entfernt werden. Im zweiten Einsatzbereich, bei dem die Last des Lkw noch auf dem zweiten Pkw wirkte, musste zunächst die Sicherung des Lkw mittels stabiler Holzklötze vorgenommen werden, bevor auch hier mit schweren Gerät das Heck geöffnet und die verletzte Person abtransportiert werden konnte.

Ausbildungsleiter Lars Mudra und der Einsatzleiter sprechen hinterher von einer gelungenen Einsatzübung. „Die Anwärter haben sehr diszipliniert in den einzelnen Einsatztrupps zusammengearbeitet. Keiner hat den Helden gespielt. Das Einsatzziel wurde im vollen Umfang erfüllt“, lautet das Urteil von Mudra.

Somit sind die 18 Feuerwehranwärter ihrem Ausbildungsende wieder ein Stück näher gekommen. Eine von ihnen ist Stefanie Weiße. Die 26-Jährige ist zufrieden: „Jeder Einsatz ist eine Herausforderung, weil kein Einsatz wie der andere ist. Mir macht es aber Spaß, mich diesen Herausforderungen zu stellen.“ Auch René Piechaczek (39) ist erleichtert: „Einen Verkehrsunfall hatten wir in den Übungen noch nicht. Jeder einzelne muss konzentriert sein, da man die gesamte Situation im Blick behalten muss. Am Ende steht aber jeder für jeden ein. Einsatzarbeit ist am Ende immer auch Teamarbeit.“

Beide werden gemeinsam mit den anderen Feuerwehranwärtern ihre Ausbildung voraussichtlich im März 2019 abschließen. Im Normalfall hätten sie ihre Ausbildung zwölf Monate lang an der Landesfeuerwehrschule in Eisenhüttenstadt absolviert. Durch deren Überlastung gibt es seit diesem Jahr ein Pilotprojekt, das es ermöglicht, an den Standorten der Unternehmen, die die Anwärter zur Feuerwehrschule schicken, direkt ausgebildet wird. Dass ein zehnmonatiger Abschnitt der Grundausbildung direkt an den Standorten stattfindet, empfinden Stefanie Weiße und René Piechaczek als „vielseitig und sehr praxisnah“. Beide versichern, unheimlich viel dazu zu lernen.

Die Werksfeuerwehr der Leag hat mit neun Azubis die meisten Nachwuchskräfte in das Projekt geschickt. Dabei sind auch die Flughafen Berlin-Brandenburg GmbH mit fünf Azubis sowie die PCK-Raffinerie Schwedt und die BASF Schwarzheide mit jeweils zwei Azubis. Gemeinsam mit dem Werksfeuerwehrverband, dem Brandenburger Innenministerium sowie der Landesfeuerwehrschule Eisenhüttenstadt  wurden die Rahmenbedingungen für das Pilotprojekt festgelegt. „Wichtig war, dass die Grundausbildung trotz einer kürzeren Laufzeit gleichwertig zu der Ausbildung an der Landesfeuerwehrschule ist“, betont Mudra. Auch Vorteile bieten sich: „Besonders positiv sind die Vernetzung mit anderen Werksfeuerwehren und die absolut praxisnahe Ausbildung.“