Dort hatte Mette die Entwicklung bei den Rauschgilftdelikten als besonders beunruhigend bezeichnet. Im Raum Spremberg habe es von 2013 zu 2014 einen Anstieg von 32 auf 88 Fälle gegeben, wobei die Ursache vor allem bei der Droge Crystal Meth gelegen habe. "Wir beobachten dies mit großer Sorge. Zumal wir von einer Existenz vernichtenden Droge sprechen, die weitaus mehr Wirkungen auf die Betroffenen und die Gesellschaft nach sich zieht, als nur die Strafverfolgung", sagte Mette. Er betonte, dass es in der Region bereits gut ausgebildete Verkaufsstrukturen gibt. Auch die Tatsache, dass ein Gramm 70 bis 90 Euro koste und nicht lange vorhalte, würde sich in Zukunft noch stärker durch Beschaffungskriminalität die Zahl anderer Delikte anwachsen lassen. "Hier ist die gesamte Gesellschaft bei der Präventionsarbeit gefragt", sagte Mette.

Insgesamt ist die Zahl der registrierten Straftaten in Spremberg in 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 6,7 Prozent auf 2050 gestiegen. Die Ursache hierfür liege vor allem bei den Betrugsdelikten, die sich im Internet abspielen, sagten die Beamten bei der Vorstellung der Statistik. Ebenso ist die Zahl der Verkehrsunfälle in 2014 auf 744 um 23 Unfälle gegenüber 2013 gestiegenDabei sind es immer noch die Zusammenstöße mit Wild, die mit 197 Fällen die Statistik bei den Unfallursachen anführen, gefolgt von missachteter Vorfahrt, verletztem Sicherheitsabstand und zu hoher Geschwindigkeit. Übermäßiger Alkoholkonsum bildet bei den Ursachen mit 15 Fällen das Schlusslicht. "Grundsätzlich beobachten wir vor allem einen Anstieg bei den Unfallverursachern bei Menschen ab 62 Jahren. Hier werden wir in Zukunft mehr Präventionsarbeit leisten müssen", sagt der Spremberger Polizeichef Jörg Kraus bei der Vorstellung der Unfallstatistik. Ihn beunruhige, dass die Anzahl der Verletzten um 20 auf 82 zunahm.

Bei den politisch motivierten Straftaten hob der Leiter des Kriminalkommissariats der Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße, Marco Mette, die Aufklärungsquote hervor. Von 57 politisch motivierten Straftaten 2014 in Spremberg waren fünf Gewalttaten, die alle aufgeklärt werden konnten. Der Rest beschränkte sich auf Vandalismus. "Hier ist es immer schwierig die Täter zufassen, obwohl wir dort gerade bei den jüngsten Vorkommnissen Fortschritte machen", sagte Mette. Im Hinblick auf die rechte Szene betonte er, dass diese in Spremberg zwar klein, aber in ihrem Weltbild so gefestigt sei, dass sie schwer zu erreichen ist. Hier sei es wichtig, die Gewinnung von Nachwuchs zu verhindern.

Bei den Eigentumsdelikten gab es einen Rückgang von 79 Fällen auf 1068 in 2014. Hingegen sei ein Anstieg bei den Rohheitsdelikten zu verzeichnen, der nicht genauer beziffert wurde, vor allem im Bereich der häuslichen Gewalt. "Dies ist wahrscheinlich auf ein verbessertes Anzeigeverhalten zurück zuführen, das wahrscheinlich aus Präventionsarbeit, wie der der Frauenhäuser resultiert", sagte Marco Mette.