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| 14:39 Uhr

Hilfe für Polizei und Feuerwehr
Cottbuser Aquanauten: Entsorgtes Diebesgut geborgen

 Bei einem Taucheinsatz haben die Cottbusrer Aquanauten auf dem Grund der Spree einen Tresor gefunden, und die Polizei hinzugezogen.
Bei einem Taucheinsatz haben die Cottbusrer Aquanauten auf dem Grund der Spree einen Tresor gefunden, und die Polizei hinzugezogen. FOTO: Klaus Reiter
Cottbus. Mitglieder der Lausitzer Aquanauten sollen die Spree reinigen – und bergen prompt einen geklauten Tresor aus dem Fluss. Doch ihnen geht noch mehr Diebesgut ins Netz. Von Andrea Hilscher

Klaus Reiter (60) fühlt sich über und unter Wasser Zuhause, das Rettungstauchen ist seine große Leidenschaft. Immer wieder ist er im Auftrag von Polizei oder Feuerwehr in den Gewässern der Region unterwegs.

Entdeckungen auf Spree-Grund fordern Polizei

Vor mehr als drei Jahren haben sich die Aquanauten zu einem Tauchclub zusammengeschlossen. Neben reinen Spaßtauchgängen übernehmen sie immer wieder auch kleinere Aufträge. Die drei Rettungstaucher des Vereins bergen für Polizei und Feuerwehr Unfallautos oder Verletzte aus Flüssen und Seen. Aber sie unterstützen nicht nur Rettungskräfte, sondern sind auch für andere Aufträge offen.

„Als uns der Cottbuser Kanuklub Lok RAW gebeten hat, die Trainingsstrecke der Kanuten auf der Spree zu säubern, haben wir gern zugesagt“, erzählt Vereinschef Klaus Reiter. Mit seinen Vereinsfreunden transportierte er die umfangreiche Ausrüstung zum Ufer der Spree und begann mit der Arbeit. Die Sicht unter Wasser liegt derzeit bei einem Meter, an vielen Stellen des Flusses konnten die Taucher allerdings stehen. „Der Wasserstand ist durch die Trockenheit gesunken, liegt momentan 30 bis 40 Zentimeter unter dem üblichen Pegel“, erklärt Reiter.

 Aquanaut Martin Nowak mit dem Tresor, den die Taucher beim Reinigen der Spree aufgespürt haben. Die Kriminalpolizei übernahm das Fundstück kurz darauf.
Aquanaut Martin Nowak mit dem Tresor, den die Taucher beim Reinigen der Spree aufgespürt haben. Die Kriminalpolizei übernahm das Fundstück kurz darauf. FOTO: Klaus Reiter

Zunächst bargen die Taucher das, was sich immer in den Gewässern findet: rostige Metallteile, Baueimer, Glas, Flaschen und sonstiger Unrat. Dann aber stießen sie auf einen massiven Metallbehälter. „Die Scharniere waren brutal abgeschlagen, doch an der danebenliegenden Tür erkannte man ein großes Zahlenrad. Also war uns sofort klar, dass es sich um einen Tresor handeln musste.“

Mit Bergungsseilen und Muskelkraft holten die Männer den 50 bis 60 Kilogramm schweren Tresor aus dem Wasser. Klaus Reiter informierte die Polizei. Die Kripo reagierte sofort und holte den offenbar aus einem Einbruch stammenden Tresor ab. „Im Wasser lagen auch noch Autokennzeichen, bei denen zwei Ziffern fehlten. Möglich, dass die auch in Zusammenhang mit einem Einbruch stehen“, so Reiter.

Als die Polizei einmal vor Ort war, wiesen die Kanuten auf ein Auto hin, dass schon seit Wochen auf dem Vereinsgelände parkte. Die Polizei überprüfte das Fahrzeug – es war als gestohlen gemeldet. „Unser Taucheinsatz hat sich jedenfalls in mehrfacher Hinsicht gelohnt“, sagt Aquanaut Reiter.

Heikler Auftrag - Wasser ablassen in Cottbuser Lagune

 Alle Fundstücke wurden mit dem Boot zum Ufer gebracht.
Alle Fundstücke wurden mit dem Boot zum Ufer gebracht. FOTO: Klaus Reiter

Bereits im Frühjahr hatten die Cottbuser Taucher sich in die Fluten der Spree gestürzt und den Grund des Flusses von Unrat befreit. Auch in der Lagune sind die 21 Vereinsmitglieder Stammgäste. Regelmäßig helfen sie dort bei Instandsetzungsarbeiten.

Am 5. August kommt die bisher schwerste Aufgabe auf die Aquanauten zu: Das Wasser aus dem Hallenbecken wird abgelassen, Schäden an der Wendebrücke müssen beseitigt werden. Ohne die Tragkraft des Wassers muss die Brücke allerdings extra stabilisiert werden. Klaus Reiter: „Wir gehen die Aufgabe gemeinsam mit einer Gerüstbaufirma an. Ein Statiker hat zwar alles genau berechnet, es bleibt trotzdem eine heikle Aufgabe.“

Seit dem Jahr 2016 unterstützen die Taucher ein regelmäßig stattfindendes Diabetes-Camp des Carl-Thiem-Klinikums in der Lagune. Im Frühjahr haben sie etwas Neues ausprobiert. „Wir waren mit Gehörlosen unter Wasser“, erzählt Klaus Reiter.

„Natürlich lief die Kommunikation über Zeichen optimal, allerdings gibt es bei einigen Gehörlosen gesundheitliche Probleme mit den Ohren.“ Dennoch wollen die Aquanauten ihr Experiment wiederholen.

Wie schwierig die Arbeit von Rettungstauchern sein kann, zeigt ein Einsatz vom Januar dieses Jahres: Ein Harvester war bei einer Rutschung in den Moritzteich (Spree-Neiße-Kreis) gestürzt. Der Fahrer (53) wurde von zwei ausgebildeten Rettungstaucher der Leag-Werksfeuerwehr geborgen – ein gefährlicher und mühsamer Einsatz, der sich über mehrere Stunden hinzog, wie sich Rerttungstaucher Marco Platta erinnert. Er barg den Toten gemeinsam mit seinem Kollegen Henryk Clemens, untertstützt wurde die Aktion von der Freiwilligen Feuerwehr des Amtes Döbern.

In einer früheren Version hatten wir geschrieben, dass die Aquanauten diese Bergung vorgenommen hatten. Das ist nicht richtig. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

 Einsatz im Moritzteich zwischen Friedrichshain und Wolfshain Ende Januar 2019. Hier unterstützten die Taucher aus Cottbus die Polizei, bargen einen tödlich verunglückten Harvesterfahrer.
Einsatz im Moritzteich zwischen Friedrichshain und Wolfshain Ende Januar 2019. Hier unterstützten die Taucher aus Cottbus die Polizei, bargen einen tödlich verunglückten Harvesterfahrer. FOTO: LR / Igel-Allzeit