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Politiker widersprechen Greenpeace

Spremberg. Während Politiker aus der Region für die Spremberger Demonstration zum Strukturwandel mit der Braunkohle werben, verweisen die Umweltorganisation Greenpeace und die Bundestagsfraktion der Grünen auf eine Studie: Sie heißt "Vattenfalls Chance – eine Zukunft für die Lausitz ohne Braunkohle", erschienen in diesem Monat. In ihr kommt die Wissenschaftler vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung zum Fazit: "Bei einem Ausstieg aus der Braunkohleverstromung fallen im Ergebnis rund 4100 Arbeitsplätze weg. René Wappler

" Zugleich bestehe in den betroffenen Bundesländern genügend Potenzial für einen weiteren Ausbau erneuerbarer Energien, um die weggefallenen Arbeitsplätze in Summe zu kompensieren. Die Chancen für die Lausitz seien vorhanden, heißt es in der Studie. "Sie sinken aber, je länger an den alten auf Braunkohleverstromung basierenden Strukturen festgehalten wird."

Entschiedenen Widerspruch legen Bundestagsabgeordnete aus Spremberg ein. So erklärt Klaus-Peter Schulze (CDU): "Die heutige Braunkohleindustrie ist ein moderner und wettbewerbsfähiger Wirtschaftszweig, der durch den nun geplanten ,Klimabeitrag' aus rein ideologischen Gründen belastet werden soll." Es liege in der Verantwortung des Bundeswirtschaftsministeriums, dafür zu sorgen, dass sich die Lausitz nicht zum Armenhaus der Republik entwickelt - samt des Verlustes Zehntausender Arbeitsplätze. So wird Klaus-Peter Schulze an der heutigen Demonstration in Spremberg teilnehmen, ebenso wie der Bundestagsabgeordnete Ulrich Freese (SPD). "Am Dienstagabend in heißt es, Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber den Rücken zu stärken, damit er bei den Verhandlungen mit dem Bundeskanzleramt und dem Bundeswirtschaftsministerium gute Ergebnisse für unsere Region erzielt", erläutert Ulrich Freese, "damit unsere Kraftwerke weiterlaufen können" - mit denen sich die Jobs vieler Menschen verknüpften.

Die Demonstration "Startklar für die Zukunft - Strukturwandel mit Lausitzer Braunkohle" findet am heutigen Dienstag, 28. April, um 18.30 Uhr auf dem Spremberger Marktplatz statt.