ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 00:00 Uhr

Politiker verurteilen Anschläge auf Spremberger Redaktionsgebäude

Spremberg. Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke (SPD) spricht von einem "Signal armseliger Schwäche": Erneut ist in der Nacht zum Montag ein Gebäude in der Spremberger Innenstadt mit Nazi-Parolen beklebt worden – die Redaktion der RUNDSCHAU in der Badergasse. Doch bei diesem Angriff blieb es nicht: Wie Lutz Miersch von der Pressestelle der Cottbuser Polizei mitteilt, wurden in der Nacht darauf Innereien von Tieren am Redaktionsschild befestigt. Peggy Kompalla

"Der Tatortdienst der Kriminalpolizei sicherte Spuren", berichtet der Pressesprecher. "Die Polizei ermittelt dazu in alle Richtungen unter Beteiligung des kriminalpolizeilichen Staatsschutzes."

Die aufgeklebten Plakate zeigen ein Foto von einer Nazidemonstration am Spremberger Bismarckturm, von der die RUNDSCHAU in der vergangenen Woche berichtet hatte. Zudem tragen sie den Schriftzug "Autonome Zelle".

Innenminister Dietmar Woidke erklärt: "Diesen Angriff auf die Presse verurteile ich auf das Schärfste." Alles spreche dafür, dass tatsächlich Neonazis hinter dem Anschlag stecken. "Nichts trifft die Neonazis so sehr, wie eine breite Information und öffentliche Auseinandersetzung zu ihren wirklichen Zielen und ihrem Vorgehen dabei", sagt der Innenminister. "Das haben sie jetzt einmal mehr deutlich gemacht."

Die Spremberger Landtagsabgeordnete der Linken, Birgit Wöllert, sagt: "Die Schmierereien können wohl als Reaktion der Szene auf den Bericht über den Aufmarsch vermummter Neonazis am Bismarckturm betrachtet werden." Das Problem sei in Spremberg nicht neu. "Es zeigt sich, dass wir uns alle immer wieder neu mit Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und nationalsozialistischem Gedankengut auseinandersetzen müssen", erläutert die Politikerin Birgit Wöllert.