Die LMBV hält den Betrieb der Anlagen für wichtig, um den Tourismus in der Region nicht zu gefährden: So hat sich Abteilungsleiter Volkmar Zarach am Donnerstag am Spremberger Stausee im Gespräch mit dem Neuhausener Bürgermeister Dieter Perko (CDU) geäußert. Fachleute trafen sich dort mit Politikern, um gemeinsam über das Problem der eisenbelasteten Spree zu beraten.

Der LMBV-Vertreter erklärte: "Wir stehen zu unserer Verantwortung, und wir hoffen, dass sich Bund und Länder über das künftige Vorgehen einig werden." Die Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) verwies auf das Verwaltungsabkommen zur Sanierung der Braunkohle, das im Dezember 2017 vorerst auslaufen wird: "Sein Fortbestand ist enorm wichtig für uns."

Zu den Besuchern des Stausees zählte auch der Abteilungsleiter für Wasser und Boden im Brandenburgischen Umweltministerium, Kurt Augustin. "Ich hoffe, dass wir das Abkommen auf lange Sicht hinbekommen", sagte er. "Als Land müssen wir uns gemeinsam dafür einsetzen, dass auch der Bund weiterhin seine Verantwortung wahrnimmt."

Seit dem Jahr 2012 finden stetige Untersuchungen der Spree statt: Darauf wies Dezernatsleiter Uwe Neumann vom Landesbergamt hin. Er hob die "relativ stabilen Verhältnisse" hervor: An der Bekalkungsanlage in Wilhelmsthal liegt der Eisenwert demnach bei vier bis acht Milligramm je Liter, und er sinkt in nördlicher Richtung auf 1,8 bis drei Milligramm an der Bühlower Vorsperre und auf 0,2 bis 0,3 Milligramm an der Talsperre. "Deshalb sehe ich bei diesen Werten auch nicht, dass von der Spree in diesem Gebiet eine akute Gefahr für den Spreewald ausgeht", erklärte der Dezernatsleiter des Landesbergamtes. Inzwischen sei auch die Zusammenarbeit mit den sächsischen Behörden vor-angekommen: Dort seien sich die Fachleute des Problems bewusst, das sich vor allem für die Stadt Spremberg negativ auswirkt.

22 000 bis 25 000 Urlauber besuchen im Jahr den Spremberger Stausee - bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von dreieinhalb Tagen. Damit stärkt der Strand die Wirtschaft in der Gemeinde Neuhausen, weshalb Bürgermeister Dieter Perko den Betrieb der Reinigungs-Anlagen als unabdingbar betrachtet. Der CDU-Landtagsabgeordnete Raik Nowka erinnerte sich beim Besuch am Donnerstag an das vergangene Jahr: "Da hatten wir nach dem Drachenbootrennen einen richtigen Eisenfilm auf der Haut." Inzwischen jedoch schwimmen wieder Fische durch das Wasser am Weststrand. Daran zeigt sich nach den Worten des Neuhausener Bürgermeisters, dass der Einsatz für eine saubere Spree durchaus von Erfolg gekrönt sein kann.

Dazu trägt auch die Bühlower Vorsperre bei, die laut LMBV ungefähr 6000 Tonnen Schlamm zurückgehalten hat. Die Anlage dafür wurde im April 2015 in Betrieb genommen.

Zum Thema:
Beim Bürgerforum zu den Bergbaufolgeschäden am Montag, 12. September, erwartet die Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier kritische Fragen der Besucher. Das Forum findet um 17 Uhr im Spremberger Bergschlösschen statt. Die Landesgruppe Brandenburg der Fraktion Die Linke wird bereits am 23. August die LMBV besuchen und sich ebenfalls vor Ort an der Spremberger Talsperre über die aktuelle Lage informieren.