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Politik debattiert über Freilichtbühne

Der Zustand der Freilichtbühne beschäftigt derzeit die Spremberger Kommunalpolitik.
Der Zustand der Freilichtbühne beschäftigt derzeit die Spremberger Kommunalpolitik. FOTO: Catrin Würz
Spremberg. Über den Zustand der Spremberger Freilichtbühne haben am Montagabend die Mitglieder des Bauausschusses diskutiert. Im Bürgerhaus widmeten sie sich der Frage, ob die Bühne noch modernen Ansprüchen genügt. René Wappler

Besser vermarkten ließe sich die Freilichtbühne bestimmt - sobald zumindest feststeht, welche Kosten langfristig auf die Stadt Spremberg zukommen: Dies gibt der CDU-Stadtverordnete Frank Meisel zu bedenken. "Das sollten wir beleuchten, damit wir überhaupt wissen, wovon wir reden."

Denn die Kommunalpolitiker zeigen sich uneins, was den Zustand der Bühne betrifft. Für manche aufwändige Auftritte soll sie nicht hoch genug sein: Das berichtet Ronny Sembol, der für die Fraktion der Nächsten Generation im Bauausschuss mitarbeitet.

Jens-Uwe Winkler von den Vereinten Wählergruppen weist unterdessen auf Risse im Holz des Bauwerks hin, das ohnehin pflegebedürftig sei. "Angeblich soll sie nicht mehr dem Standard öffentlicher Bühnen genügen, und mich interessiert, ob das so stimmt."

Die Mitarbeiter des Rathauses widersprechen ihm. Gerd Schmiedel vom Fachbereich für Bauen und Wohnen erklärt, dieses Holz müsse eben nicht behandelt werden: Es sei extra für solche Bauwerke vorgesehen.

Nach den Worten des Fachbereichsleiters für Ordnung und Sicherheit, Frank Kulik, bezeichnen Veranstalter aus anderen Städten als Spremberg den technischen Standard der Bühne als gut. "Sie hat einen Telefonanschluss, innen sind Aufbauten möglich, es gibt Nebenräume und eine Garderobe, außerdem wurde ein Toilettencontainer errichtet." Der Fachbereichsleiter hebt den kurzen Weg zum öffentlichen Nahverkehr hervor - und die "hervorragende Logisitik" für Mitarbeiter von Rettungsdiensten. Zwar gebe es hier und da den Wunsch nach einem Dach für die Bühne. Doch sie sei ursprünglich nie so geplant gewesen, wobei ohnehin für eine solche Variante denkmalrechtliche Hürden bestünden. Nur für den Fall, dass Spremberg den Zuschlag für die Landesgartenschau im Jahr 2019 bekommen hätte, stand ein Dach für die Bühne auf dem Plan: Er ging jedoch an Wittstock/Dosse. "Immerhin hatten wir einige ausverkaufte Veranstaltungen", sagt Frank Kulik. "Der gute Ruf der Freilichtbühne wird sich herumsprechen."

Grundsätzlich wundert sich Elke Franke von der Fraktion der Linken darüber, dass sich der Bauausschuss so ausführlich mit der Freilichtbühne befasst. "Gerade die Frage, wie sie genutzt und vermarktet wird, gehört doch eher in den Bildungsausschuss." So lange es nicht um baurechtliche Probleme gehe, sehe sie derzeit keinen Sinn in einer langen Debatte weiterer Gremien.

Ihr stimmt der Bauausschuss-Vorsitzende Peter Reininger (CDU) zu: "Frau Franke, Sie sprechen mir aus dem Herzen."

Nun hatten sich aber die Bildungsausschuss-Mitglieder im August darauf geeinigt, dass die Diskussion um die Freilichtbühne auch das Bau-Gremium betrifft. Damit bezogen sie sich auf einen Hinweis, den Benjamin Schorg von der Nächsten Generation gegeben hatte: Nach seinen Worten sollte sich der Bildungsausschuss mit Ideen für ein Konzept befassen, das nicht nur die Vermarktung berührt, sondern den gesamten Bereich samt Festplatz einbezieht. Gerade für die Zukunft der Fläche hinter der Freilichtbühne hatte sich die Fraktion der Nächsten Generation interessiert. Allerdings wandte Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) im Juli gegenüber den Stadtverordneten ein: Bis zum Erreichen eines ausgeglichenen Haushalts könne die Gestaltung der Freiflächen an der Bühne "nicht weiter verfolgt werden".

Ob mit oder ohne neues Konzept für die Bühne: Ein Schlagerstar schätzt diesen Platz so sehr, dass er dort immer wieder auftritt. Roland Kaiser sang erst im Juli erneut auf der Freilichtbühne, und nach der Zugabe versprach er dem Publikum: "Ich komme wieder. Bis zum nächsten Mal!"

Zum Thema:
Nach neunmonatiger Bauzeit wurde die neue Spremberger Freilichtbühne im Juni 2010 eröffnet - mit einem Konzert von Ute Freudenberg. Bis zu 3500 Besucher können die Auftritte von Bands, Comedians und weiteren Künstlern verfolgen. Die Mitarbeiter des Rathauses heben "die Nähe zur Innenstadt, die schöne Einbettung in die Landschaft und das durchdachte Parkplatzkonzept" hervor.