Dabei wäre das stattliche Alter des Dorfes um ein Haar verpasst worden. Denn jahrelang hatte die eigens in Terpe gegründete Interessengruppe (IG) Chronik ein ganz anderes Jubiläum im Blick: die 500-Jahr-Feier. Die wollte man eigentlich erst 2017 begehen und stützte sich dabei auf Chronikforschungen aus den 1990er-Jahren. "Doch jetzt fanden wir kürzlich historische Dokumente, die alle unsere Pläne über den Haufen warfen", erzählt Ortsvorsteher und IG-Chronik-Chef Dieter Freißler. Im "Urkundeninventar zur Geschichte der Niederlausitz bis 1400" - ein Buch, das Dieter Freißler erst im vergangenen Jahr in die Hände fiel - tauchte plötzlich ein ganz anderes Ersterwähnungsdatum auf. In einer Stiftungsurkunde des Herzogs Johann von Görlitz aus dem Jahr 1389 kommt der Ort Terpe unter der alten Bezeichnung "in villa Derb" bereits vor. Die Urkunde regelt Zinszahlungen, die eine Reihe Lausitzer Dörfer für den Bau eines Altars für die Prager Domkirche zu leisten hatten.

Schnell mussten die Terper also auf das schon 2014 anstehende 625-Jahre-Fest umstellen. Das Programm am morgigen Sonntag ist trotzdem beachtlich. Gleich nach der Eröffnung um 10 Uhr wird ein wiederentdeckter und aufgearbeiteter historischer Gedenkstein zur Erinnerung an die Kriege neu aufgestellt. Nach dem Frühschoppen ist ab 14 Uhr ein historischer Festumzug mit 25 Bildern der Höhepunkt. Im Festzelt sind Arbeiten des Terpschen Malers Dietmar Wehlan zu bewundern. Und wie in Terpe üblich gibt es zahlreiche Leckereien für den Gaumen.

Am Pfingstmontag. 9. Juni, steht in Terpe dann das 2. Mühlenfest an. Ab 10 Uhr wird eine Neuauflage des Länderkampfes im Tauziehen zwischen den Dörfern Terpe und Sabrodt ausgetragen. Das Seil wird genau über die brandenburgisch-sächsische Ländergrenze am Oberen Landgraben gelegt und gesucht wird das stärkere Dorf. Eine Ausstellung von Mühlen- und Landtechnik gibt es auf dem Festplatz am Dorfteich und ab 14 Uhr einige Feuerwehrvorführungen.