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Pläne für Elektro-Zapfsäule reifen

Volker Hahn von den Städtischen Werken stellt die Einspeisestelle für die Fotovoltaikanlage auf dem Gelände des Unternehmens vor. Der Zählerplatz für die künftige Ladesäule ist bereits verkabelt.
Volker Hahn von den Städtischen Werken stellt die Einspeisestelle für die Fotovoltaikanlage auf dem Gelände des Unternehmens vor. Der Zählerplatz für die künftige Ladesäule ist bereits verkabelt. FOTO: René Wappler
Spremberg. Eine öffentliche Elektro-Tankstation für Autos und Fahrräder könnte noch im ersten Halbjahr 2017 in Spremberg entstehen. Momentan existiert eine ähnliche Anlage nur als Pilotprojekt auf dem Gelände der Städtischen Werke. René Wappler

Gerd Schmiedel hat die Gegend um das Spremberger Polizeirevier begutachtet, den Pfortenplatz und die Georgen straße: Alle drei Standorte würden sich nach Aussage des Fachbereichsleiters für Bauen und Wohnen im Rathaus für eine Elektro-Tankstelle eignen. "Die Initiative dafür kommt von den Städtischen Werken", sagt Gerd Schmiedel. "Das Angebot soll sich vor allem an Touristen richten."

So liegt der Ursprung der Idee auch beim früheren Spremberger Fremdenverkehrsverein: Das erklärt der Aufsichtsratschef der Städtischen Werke, Andreas Bränzel. Oft fragten Besucher bei der Touristinformation am Markt nach, wo sie denn ihr Elektro-Bike aufladen könnten. Zunächst stand deshalb die Variante zur Debatte, eine Ladestation mitten im Stadtzentrum aufzubauen. Doch dort reicht schon jetzt die Zahl der freien Parkplätze mitunter nicht aus. Also suchte Fachbereichsleiter Gerd Schmiedel nach Alternativen im näheren Umfeld. "Es bringt ja nichts, die Touristen auf den Georgenberg zum Laden zu schicken oder gar nach Trattendorf", erläutert der Aufsichtsratschef der Städtischen Werke. "Deshalb sind wir uns in dem Gedanken einig, die Station so nah wie möglich am Stadtzentrum zu installieren." Die Investitionskosten lägen im vierstelligen Bereich.

Ebenso setzt sich der Vorsitzende des Spremberger Bildungsausschusses für die Tanksäule ein. Klaus-Dieter Peters sagt: "Es geht hier auch um soziale Aspekte, um die Frage, wie lebenswert unsere Stadt erscheint." Er berichtet von einem Besuch in Aachen, wo solche Zapfstellen bereits mitten in der Altstadt stehen, und von einem Aufenthalt in Wien, wo Touristen ihre Elektrofahrräder gleich an 20 Ladestationen anschließen können. "Irgendwann werden die Parkplätze für Elektroautos gleich direkt mit der Zapfsäule vermietet", vermutet er. "Das mag heute noch klingen, als wäre es ein Blick in die ferne Zukunft, aber wir hätten uns vor 20 Jahren auch nicht vorstellen können, was inzwischen alles möglich ist."

Als einen kleinen Baustein zur Belebung der Spremberger Innenstadt bezeichnet Andreas Bränzel das Projekt der Ladestation. "Wir lassen die Kirche im Dorf, auch angesichts der überschaubaren Kosten, wollen jedoch ein Zeichen setzen."

Noch bleiben logistische Fragen offen - ob es zum Beispiel eine gemeinsame Tankstation für Autos und Fahrräder geben wird oder ob beide Angebote getrennt voneinander einen Platz in Spremberg finden. Nach den Worten von Fachbereichsleiter Gerd Schmiedel liegt der Reiz separater Lösungen darin, dass Touristen ihre Fahrräder eventuell doch am Markt aufladen könnten, während Autos an einem der möglichen Standorte in der Nähe betankt werden. "Wir sind relativ flexibel", sagt er, "wenn die technischen Voraussetzungen stimmen."

Für die Städtischen Werke wird ein Student ab März den Fuhrpark und den Bedarf an solchen Fahrzeugen untersuchen, abgestimmt mit den Fachleuten aus dem Rathaus. Das kündigt Bereichsleiter Volker Hahn an. Danach will das Unternehmen seine eigene Tankstation in Betrieb nehmen. Die Grundlagen dafür bestehen in Form eines Pilotprojekts bereits auf dem Gelände.

Nach Angaben der Zulassungsbehörde sind im Spree-Neiße-Kreis bislang 36 Elektroautos registriert.