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Pilzköpfe schrecken Einbrecher ab

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Spremberg. Über Schutz vor Einbrechern hat Polizei-Expertin Kati Prajs am Mittwochabend die Besucher des Motorsportclubs Spremberg in der Kraftwerkstraße informiert. "Die Zahl dieser Straftaten steigt wieder", erklärte sie. René Wappler

Nichts fürchten Einbrecher so sehr wie Gänse. Wer diese Tiere hält, kann sich relativ sicher fühlen. Denn der Krach, den sie schlagen, sobald jemand das Grundstück betritt, schreckt potenzielle Täter ab.

Dies haben verurteilte Einbrecher im Gespräch mit Polizeibeamten verraten, und Kati Prajs von der Präventionsabteilung gibt den Rat gleich an die Besucher des Clubabends beim MC Spremberg weiter. Sie wollen erfahren, wie sie ihre Wohnungen am besten vor Straftätern schützen, und da sich nicht jeder Mensch einen Bauernhof samt zeternden Gänsen leisten kann, hilft ihnen die Polizistin mit weiteren Ideen.

Vor allem Fenster zählen in Einfamilienhäusern zu den typischen Schwachstellen. "Ein angekipptes Fenster lässt sich wunderbar mit Rohr und Seilen öffnen und später sogar wieder schließen", sagt Kati Prajs. "Dann bekommt man nicht mal mit, dass jemand eingestiegen ist."

Immerhin scheitern 43 Prozent der Täter an vorhandener Sicherheitstechnik. Dabei geht Mechanik vor Elektronik, wie die Mitarbeiterin der Polizei erläutert. Gut sichtbare Alarmanlagen können hingegen sogar dazu führen, dass ein Einbrecher denkt, an diesem Ort sei sicher etwas zu holen.

Als recht zuverlässiger Schutz haben sich Pilzkopfverriegelungen entpuppt: Sie halten jeden vierten Täter ab. Vor Hunden, Rollladensicherungen und Gittern haben die Einbrecher wiederum kaum Respekt, wie aus der Statistik der Polizei hervorgeht.

Grundstücke lassen sich schützen, indem sie der Besitzer mit einem Zaun eingrenzt, indem er stets die Türen zu Garten, Garage und Hof abschließt, indem er eine Gegensprechanlage samt Videokamera installiert und einen Weitwinkelspion einsetzt.

Licht vertreibt Täter ebenfalls. Viele Städte, auch Spremberg, schalten nachts aus Kostengründen einen Teil der Straßenlaternen ab. Grundstückseigentümer sollten allerdings nicht auf Beleuchtung verzichten, sondern sie vielmehr mit einem Bewegungsmelder verknüpfen.

Im Haus haben sich einbruchhemmende Verglasung und Verriegelung der Fenster bewährt. So gibt es Fensterstangenschlösser, die das Handwerk potenzieller Täter vereiteln können. Das Eindringen durch die Tür erschweren Spaltsperren, Schließbleche und Schwenkhaken - sowie der klassische eingebaute Spion.

Ohne Sicherheitstechnik haben es Einbrecher relativ leicht. Auch die Gefahr, gefasst zu werden, erscheint gering. Denn die Aufklärungsquote in Spremberg liegt in solchen Fällen bei ungefähr 20 Prozent, wie die Landesregierung auf eine Nachfrage der CDU-Fraktion mitteilt. Im Jahr 2015 entstand demnach durch aufgebrochene Wohnungen samt Diebstahl von Wertsachen in der Stadt ein Gesamtschaden von 46 580 Euro. Die Täter sind überwiegend Männer.

Dabei fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau Investitionen zum Schutz vor Einbrechern an einem bestehenden Wohngebäude oder einer Eigentumswohnung: Nach Angaben der Bank gibt es je nach Höhe der Kosten Zuschüsse von mindestens 200 Euro bis maximal 1500 Euro - wenn der Mindestinvestitionsbeitrag bei insgesamt 2000 Euro liegt.

Zum Thema:
Die Beratungsstellen der Polizei informieren auch vor Ort über effiziente mechanische und elektronische Sicherungsmöglichkeiten. Interessenten können unter Telefon 0355 7891085 einen Termin vereinbaren. Konkrete Empfehlungen zu Handwerkern geben die Polizeibeamten zwar nicht, aber sie weisen darauf hin, dass von ihnen anerkannte Firmen existieren, die sich durch fachgerechte Beratung auszeichnen.