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Spremberg
Tempo 30 vorm Krankenhaus

Spremberg. Auch vorm „Haus des Lernens“ in Spremberg müssen die Autofahrer jetzt langsamer fahren. Annett Igel-Allzeit, Detlef Bogott

Tempo 30 gilt seit Mitte dieser Woche vorm Spremberger Krankenhaus und war prompt Thema in der Verkehrsschulung des MC Spremberg am Mittwochabend. Ein Teilnehmer verwies auf die neuen Verkehrsschilder in der Karl-Marx-Straße: „Ich haben mich an die neue Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten, wurde aber glatt überholt“, erzählte er. Groß ist die Freude über die 30 im Spremberger Krankenhaus. „Wir befragen unsere Patienten ja regelmäßig. Der Straßenlärm ist seit Jahren immer ein wieder Kritikpunkt im Patientenfragebogen“, so Brigitte Laggai aus dem Büro der Geschäftsführung. Im Antrag an die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Spree-Neiße im Februar hatte Kathrin Möbius, Geschäftsführerin der Krankenhausgesellschaft, auch auf reichlich Verkehr in den Morgenstunden und zum Dienstschluss verwiesen. „Dies macht das Überqueren der Straße für Kinder und für ältere Bürger schwierig. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befinden sich ein Wohnblock, eine Bushaltestelle, die Feuerwehr und eine Grundschule“, so Kathrin Möbius. Der Geltungsbereich für die 30 Kilometer pro Stunde beläuft sich auf etwa 300 Meter.

Dass die Geschwindigkeitsreduzierung nach jahrelangem vergeblichen Bemühungen plötzlich möglich wird, ist der Ersten Verordnung zur Änderung der Straßenverkehrsordnung vom 30. November 2016 zu verdanken. Neben Krankenhäusern dürfen Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Schulen und Seniorenheime mit einer positiven Reaktion auf ihre Anträge rechnen.

Wie Reiner Ohm von der Straßenverkehrsbehörde Spree-Neiße erklärt, müssen nicht mehr die Einrichtungen die Notwendigkeit eines Tempolimits nachweisen. Stattdessen haben die Ämter in Einzelfällen zu begründen, warum doch kein Tempo-30-Bereich eingerichtet werden kann. Nach der neuen Verwaltungsvorschrift soll auch auf Bundesstraßen auf 30 Kilometer pro Stunde gedrosselt werden können.

Die Grundschule „Haus des Lernens“ in der Gartenstraße hat die lange erhofften Tempo-30-Schilder seit wenigen Wochen. „Und tatsächlich wird auch langsamer gefahren“, sagt Daniela Schneider, die an der Schule die Verkehrshelfer ausbildet. Für die Schulen in Welzow und Döbern laufen die Genehmigungsverfahren, sagt Reiner Ohm. Voraussetzung sei, dass die Schulen einen direkten Zugang zur betroffenen Straße haben oder reger Abhol- und Bringeverkehr herrscht.

Ob auch für das Erwin-Strittmatter-Gymnasium ein Tempolimit hilft? Die Fußgängerampel, die den Schülern mehrere Monate über die Fahrbahn half, weil die Mittelstraße als Umleitungsstrecke ein höheres Verkehrsaufkommen hatte, ist abgebaut. Derzeit haben es die Schüler wieder schwerer, über die morgens viel befahrene Straße zu kommen. Eine Verkehrsinsel, die vorm altehrwürdigen und fast immer geschlossenen Schuleingang liegt, wird kaum genutzt, weil das für Schüler, die zum Beispiel vom Busbahnhof kommen, ein Umweg wäre.