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| 14:10 Uhr

Besucher bekommen die ganze Vielfalt des Ostereierverzierens zu sehen
Hier ist Karfreitag ein Markttag 

 Aus Fulda kam Elisabeth Staroste (links) zum Ostereiermarkt in Spremberg. Zusamen mit Petra Nakoinz aus Schleife (2.v.l.)  gab sie den Besuchern gern Tipps zum Verzieren. 
Aus Fulda kam Elisabeth Staroste (links) zum Ostereiermarkt in Spremberg. Zusamen mit Petra Nakoinz aus Schleife (2.v.l.)  gab sie den Besuchern gern Tipps zum Verzieren.  FOTO: Arlt Martina
Spremberg. Klein, aber fein präsentierte sich der 28. Ostereiermarkt im Spremberger Kulturschloss. Der Markt hat am Karfreitag noch bis 17 Uhr geöffnet. Von Martina Arlt

Kratztechnik, Wachs-Bossiertechnik und Wachsbatiktechnik konnten die Besucher im großen Festsaal des Schlosses erleben. Seit Jahren dabei sind in Spremberg Kurt und Barbara Pluta. „Seit 70 Jahren verziere ich Ostereier“, erzählt der 83-jährige Kurt Pluta, „und immer mit der Kratztechnik“. Das hat  Tradition in seiner Familie, die schon in der vierten Generation die Ergebnisse präsentiert. Auf den Eiern sind sorbische und schlesische Motive zu finden. Zahlreiche Eier sind mit Sprüchen versehen. Dazu kommen Tiere wie Hase, Hirsch, Eule, Waschbär oder Hahn. „Oder auch Lehrer Lampe oder die Hasenschule auf einen Osterei, das sind Unikate“, erklärt Kurt Pluta. „Die Vielfalt ist unsere Stärke.“ In der Osterzeit ist das Paar zu acht Ostermärkten unterwegs. Deshalb werden schon Wochen vor der Ostersaison die Eier ausgeblasen und gewaschen. „Es macht uns immer noch Spaß. Auch unsere Enkel sind von dieser Leidenschaft schon angesteckt“, erzählt Kurt Pluta.

Gundula (76) und Friedrich Gottschlich (77) aus Bad Muskau gehen ganz anders an die Eier heran. Mit großer Akribie zaubern sie mit Gras, Hornveilchen, Eisenkraut, Kürbisranke, Berglorbeer, Hortensie oder Gänseblümchen wahre Kunstwerke. Dieses Zubehör sammeln sie ganzjährig in der Natur. Dazu variiert das Grundmaterial – es sind auch Nandu-, Wachtel- oder Taubeneier, die  für immer neue Kreationen genutzt werden. Sie fräsen  die Eier oder versehen die Schale mit einem Scherenschnitt. Das Ehepaar beschäftigt sich seit 20 Jahren mit diesem Hobby. „Ab Weihnachten geht es bei uns mit der Ostereiersaison los.“ Fünf Märkte werden vor Ostern besucht. Stress pur? „Es macht uns immer noch Spaß, sonst würden wir das alles nicht mehr tun. Zu den Märkten kommt man auch mit den Leuten in Kontakt. Es ist schon ein schönes Hobby“, sagt Gundula Gottschlich, die jederzeit für neue Ideen zu haben ist.

Die 64-jährige Petra Nakoinz ist ein „alter Hase“ unter den Ostereierverzierern. Sie kennt sich bestens in den sorbischen Motiven aus, die sich in Form von einem Sonnenrad, Strahlenbündel, Wolfszahn oder auch von einer Bienenwabe oder Pyramide, auf einem Ei zeigen. „Seit 1975 beschäftige ich mich mit dem Ostereierverzieren. Ich finde dabei Entspannung und es macht mir einfach Spaß“, erklärt die Schleiferin.

Die Vielfalt wurde garantiert auch durch weitere Künstler am Ei. Irma Röck begeistert sich schon seit Jahren für die Bossiertechnik und ist immer wieder gern auf den Märkten. Alfons Schulze und Ingrid Carl aus Klein Loitz kommen immer wieder gern mit den Besuchern ins Gespräch und können einige Kniffe und Tipps geben.

Zum zweiten Mal kam  Elisabeth Staroste aus ihrem jetzigen Wohnort Fulda zum Spremberger Ostermarkt gereist. „Ich entschied mich für die Wachsbatiktechnik“, erzählt die 31-Jährige, die aus Spremberg stammt und in diesem Jahr 160 Eier schaffte. „In unserer Region dort gehen die Ostereier weg wie warme Semmeln.“ Die frischen Eier hole sie sich aus der Nachbarschaft. „Die Menschen sind auch sehr kulturbezogen und lieben echte Handarbeit“, freut sich die gelernte Kunsttherapeutin über die Anerkennung.

Eierverzierer Reiner Grosa aus Spreewitz bereitet seine Osterschalen mit Reis oder mit Roggen für die  Kratztechnik vor: „Die guten Eier kommen auf den Reis und die etwas billigeren auf den Roggen“, sagt der Spreewitzer lächelnd.

Edith Stübke und Birgit Hannusch präsentierten auch zum wiederholten Mal die Eier in Wachsbatiktechnik. Edith Stübke nutzt dann auch gleich die Gelegenheit und hat ihre gestrickten Socken aus echter Handarbeit im Angebot.

Wer am Freitag die Lust verspürte, selbst einmal an so einem Osterei Hand anzulegen, konnte auf die Anleitung von  Romy Walther, Claudia Schmidt und Marina Kurbatow vom Niederlausitzer Heidemuseum zählen.

Daneben gab es auch Stände mit Naturseifen, Ostergeschenken und Kakteen.

Auf einem Tisch erinnerte ein Foto an die Spremberger Künstlerin Irmgard Kuhlee, die in den letzten Jahren immer am Ostermarkt teilnahm. Sie ist im Dezember gestorben.

 Elisabeth Staroste aus Spremberg/Fulda (1.v.l.) und Petra Nakoinz aus Schleife (2.v.l. - in Tracht)  geben den Besuchern des Ostereieramrkts gern Tipps zum Ostereier verzieren. 
Elisabeth Staroste aus Spremberg/Fulda (1.v.l.) und Petra Nakoinz aus Schleife (2.v.l. - in Tracht)  geben den Besuchern des Ostereieramrkts gern Tipps zum Ostereier verzieren.  FOTO: Arlt Martina