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Konflikt zwischen Dörfern und Stadt
Ortsvorsteher von Terpe beharrt auf Investitionen

Ortsvorsteher Dieter Freißler erinnert an den Investitionsbedarf in Terpe.
Ortsvorsteher Dieter Freißler erinnert an den Investitionsbedarf in Terpe. FOTO: RenÈ Wappler
Spremberg. Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier verweist auf hohe Abgaben an den Landkreis. Von René Wappler

An die Grenzen seiner Geduld stößt der Ortsvorsteher von Terpe. Dieter Freißler erinnert die parteilose Bürgermeisterin von Spremberg, Christine Herntier, erneut an den „dringenden Handlungsbedarf“, der in seinem Dorf bestehe. Als Beispiele nennt er die unsanierte Werkstraße, den Radweg entlang der Straße und die Straßenlaternen. „Es gab doch die Nachricht von höheren Schlüsselzuweisungen“, merkt Dieter Freißler an. „Die sollten auch den Ortsteilen von Spremberg zugute kommen.“

Bürgermeisterin Christine Herntier entgegnet: 44,6 Prozent der Zuweisungen gingen an die Kreisumlage ab, womit sich die Summe also fast halbiere. Zudem betrage der Gesamtbedarf der Stadt 68 Millionen Euro. Das gehe aus der Investitionsliste hervor, auf der die Ortsbeiräte ihre Wünsche vermerkt haben. „Wir könnten aus jedem Ortsteil etwas anführen, das ganz dringend ist“, erklärt Christine Herntier.

Trotzdem geht die Bürgermeisterin auf die Situation in Terpe ein. Es reiche aus, wenn der Radweg neu gewalzt werde. Die Straßenbeleuchtung komme wahrscheinlich im Jahr 2019 noch einmal zur Sprache, sobald es um die Investition in neue Technik gehe. In Spremberg können 3829 von 4030 Straßenlampen LED-Licht erhalten, mit dem sich 70 Prozent der Stromkosten sparen ließen. Das haben Fachleute der Degat Planungsgesellschaft aus Cottbus festgestellt. Sie untersuchten 323 Straßen in der Stadt.

Das geplante Umrüsten der Straßenlaternen beschäftigt auch die Einwohner anderer Ortsteile von Spremberg. So weist Andreas Schäfer aus Sellessen darauf hin, dass in seinem Dorf bis vor ein paar Jahren eine Lampe am damaligen Kiefernweg stand. „Sie wurde dann wie viele andere Laternen abgebaut“, berichtet er. „Wenn die Stadt mit dem LED-Licht Geld spart, könnte sie doch an diesen Stellen neue Laternen installieren.“

Grundsätzlich ausschließen will der Chef des Fachbereichs für Bauen und Wohnen im Rathaus solche Überlegungen nicht. Gerd Schmiedel sagt: „Wir müssen aber stets den jeweiligen Einzelfall prüfen. “ Schließlich sei auch die Investition in LED-Laternen in jedem Detail zu planen.

Der Ortsvorsteher von Terpe hatte bereits im Februar eine Wutrede bei der Konferenz der Ortsbeiräte im Spremberger Bürgerhaus gehalten. „Ich höre immer vom Stadtumbau“, sagte Dieter Freißler damals. „Wer redet denn mal vom Landumbau?“ Die Innenstadt erhalte den Vorzug, während die Dörfer fast leer ausgingen. „Ich habe null Verständnis“, erklärte er.

Ihm widersprach Kämmerin Cornelia Koch: Die Stadt müsse knallhart kalkulieren, zumal die steigende Abgabe an den Spree-Neiße-Kreis ihre Finanzkraft übersteige. Erst im Jahr 2021 könne Spremberg mit einem kleinen Überschuss von 850 591 Euro im Haushalt rechnen. „Am Ende ist es wie bei Ihnen und mir zu Hause“, erklärte die Kämmerin. „Man kann nur so viel Geld ausgeben, wie man hat.“