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| 16:46 Uhr

Streit um Lärmschutzwand für Schwarze Pumpe
Ein Ortsvorsteher schlägt Alarm

Ortsvorsteher Göran Richter (links) und Roland Linke aus Schwarze Pumpe plädieren für eine Lärmschutzwand, sobald die Südfahrbahn zum Industriepark gebaut wird.
Ortsvorsteher Göran Richter (links) und Roland Linke aus Schwarze Pumpe plädieren für eine Lärmschutzwand, sobald die Südfahrbahn zum Industriepark gebaut wird. FOTO: LR / René Wappler
Spremberg. Göran Richter beharrt auf seiner Forderung nach Lärmschutz für Schwarze Pumpe.

Der Ortsvorsteher von Schwarze Pumpe nutzt derzeit jede Chance, seinen Ärger kundzutun. Zuletzt hat sich das bei der Konferenz der Stadtverordneten gezeigt: Dort arbeitet Göran Richter für die SPD mit, und er äußerte immer wieder Kritik. Erst am Plan für die Südstraße zum Industriepark, dann an der mangelnden Grünpflege, schließlich am Fonds, der jährlich 40 000 Euro für die Innenstadt bereitstellen soll. Für Göran Richter hängt das alles zusammen: „Es ist das Gesamtpaket, das die Leute in Schwarze Pumpe aufregt.“

Da wäre also die Straße zum Industriepark. Der Ortsvorsteher fordert eine Lärmschutzwand. Zwar sind die Häuser von der Brücke aus nicht zu sehen, weil die Bäume sie verbergen. Doch mit der Südanbindung, wie die Strecke offiziell in den Plänen heißt, wird sich das ändern. Die Bewohner fürchten, dass sie dann der Krach der Lastwagen plagen wird.

Göran Richter hält diese Furcht für schlüssig. Den Daten aus dem Rathaus begegnet er mit Skepsis. Zwar betont Fachbereichsleiter Gerd Schmiedel, die Zahl der Fahrzeuge in Schwarze Pumpe habe sich halbiert, seit eine Straße von Norden aus am Ortsteil vorbei zum Industriepark führt. Doch der Ortsvorsteher rechnet anders. „Mit der Nordanbindung hat das nicht viel zu tun“, sagt er. „Vielmehr hat die Umgehungsstraße um Spremberg herum den gewünschten Effekt gebracht, und das lange vorher.“ Seitdem habe sich nichts geändert: 4000 bis 4500 Fahrzeuge fahren nach den Worten von Göran Richter Tag für Tag durch Schwarze Pumpe.

Mit seinem Wunsch, sofort die Forderung nach einer Lärmschutzwand im Plan für die Südstraße zu verankern, kam er bei der Mehrheit der Stadtverordneten nicht durch. Ähnlich verhielt es sich mit seiner Kritik am Fonds für die Innenstadt. Er beklagt, die Ortsteile von Spremberg erlitten Nachteile gegenüber dem Zentrum. Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) und andere Kommunalpolitiker sagen, der Vorwurf sei nicht gerechtfertigt. So warnt Christina Schönherr von den Vereinten Wählergruppen davor, den Fonds für die Innenstadt mit der Diskussion um die Ortsteile zu verknüpfen: Für sie müssten andere Förderprogramme ausfindig gemacht werden.

Doch Göran Richter hält an seinem Protest fest. Der Nachdruck, mit dem sich das SPD-Mitglied aus Schwarze Pumpe für seinen Ortsteil einsetzt, erinnert daran, dass im Frühjahr 2019 wieder Kommunalwahlen anstehen. Allerdings verwahrt sich Göran Richter gegen den Eindruck, er wolle vor allem sein politisches Profil schärfen. „Wir sind für den Industriepark und für die Arbeitsplätze in Spremberg“, sagt er. „Aber das geht nur gemeinsam mit den Einwohnern.“ Eine Lärmschutzwand müsse nicht besonders teuer sein. „Ungefähr in der Dimension, wie sie die Anwohner am Hermann-Löns-Weg bekommen haben, das würde schon reichen.“ Er werde keinesfalls klein beigeben. Denn der Ärger reiche nun einmal von den zerfahrenen Straßen in Schwarze Pumpe über Lastwagen, die einfach entgegen der Fahrtrichtung parken, bis zu ungepflegten Waldstücken und Sträuchern, die in die Bürgersteige hineinragen.

Über die mangelnde Grünpflege beschwerte sich der Ortsvorsteher erneut, als die Stadtverordneten vor einer Woche im Bürgerhaus tagten. Bürgermeisterin Christine Herntier erwiderte: „Wir sind weder personell noch finanziell in der Lage, alle Bereiche im Eigentum der Stadt intensiv zu pflegen.“ Das betreffe nicht nur Schwarze Pumpe. Neulich sei der Friedhof in Sellessen deshalb im Gespräch gewesen gewesen, Graustein ebenso. „In einer Zeit, wo es an allen Ecken und Enden wächst, gestaltet sich diese Aufgabe schwierig“, merkte Christine Herntier an. In einer Phase hoher Arbeitslosigkeit seien einst bis zu 120 Personen im Einsatz gewesen, um „an allen Stellen“ das Grün zu pflegen. „Aber diese Zeiten wünschen wir uns sicher nicht zurück“, sagte die Bürgermeisterin.