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| 09:54 Uhr

Ortsumfahrung soll auf niedrigerem Niveau anknüpfen

Die Vorbereitungen zu einem teilweisen dreispurigen Ausbau der B 97 zwischen Groß Oßnig und Spremberg orientieren sich immer noch auf einen Baubeginn im Jahr 2005, bestätigte LS-Niederlassungsleiter Ludwig Herrn auf Nachfrage. Allerdings sei das Planfeststellungsverfahren hierzu noch nicht beendet und die Mittel vom Bund noch nicht bereitgestellt. Die Kompatibilität der ausgebauten B 97 mit der Ortsumgehung Spremberg / Schwarze Pumpe sei auf jeden Fall konzeptionell sichergestellt.

Spremberg. Die Ortsumfahrung Spremberg / Schwarze Pumpe könnte ab 2006 gebaut werden. Dann zumindest, so schätzt Ludwig Herrn, Cottbuser Niederlassungsleiter des Landesbetriebes für Straßenwesen (bisher Brandenburgisches Straßenbauamt), dürfte der nötige Planungsvorlauf geschaffen sein. Der Straßenentwurf selbst sei fachtechnisch geprüft und durch das Bundesministerium für Verkehr, Bauen und Wohnungswesen genehmigt worden. Jetzt geht es in das Planfeststellungsverfahren, in das eine breite Öffentlichkeit einbezogen wird. Von Thoralf Schirmer

Die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren sind in der vergangenen Woche beim Landesamt für Bauen, Verkehr und Straßenwesen in Hoppegarten eingereicht worden. Vorausgesetzt, dass es gegen die Planung keinen Widerspruch gibt, der etwa in eine Klage münden würde, ist die Beendigung des Verfahrens durch einen Feststellungsbeschluss zum Ende 2005 realistisch. Ob im folgenden Jahr dann auch wirklich gebaut wird, hängt freilich immer noch davon ab, ob das Ministerium die Mittel dafür bereitstellt.

Abweichend zu den ursprünglichen Vorstellungen sei die Straßenplanung, vor allem was die Anbindung betrifft, noch einmal geändert worden. Grund: Das Verkehrsaufkommen privater Fahrzeuge auf den Straßen im Raum Spremberg wird in den nächsten Jahren stärker zurückgehen als ursprünglich angenommen. "Das hängt nicht nur mit der in verschiedenen Publikationen veröffentlicheten demographischen Entwicklung in den neuen Bundesländern zusammen, sondern ist auch eine Folge des Strukturwandels in der Region", erklärt Ludwig Herrn. "Abhängig von der Lage im Straßennetz sind Rückgänge bis 20 Prozent zu verzeichnen. Damit sind aus heutiger Sicht die in den 90er Jahren erarbeiteten Prognosewerte nicht mehr im vollen Umfang zutreffend."

Nach einer neuen Prüfung der Lage ist das Landesamt für Straßenwesen (LS) jetzt der Auffassung, dass die als so genanntes halbes Kleeblatt ausgebildeten Knotenpunkte in zwei Ebenen (ähnlich Autobahnabfahrten) für die Ortsumgehung Spremberg / Schwarze Pumpe nicht mehr nötig sind. Statt dessen sind jetzt niveaugleiche, ampelgeregelte Anknüpfungspunkte der Ortsumgehung vorgesehen. Vier solcher Verknüpfungen soll es laut Planung geben: An die Kreisstraße 9216 im sächsischen Gebiet, an die Bundesstraße 156 in Schwarze Pumpe, an die Senftenberger Straße und schließlich am Spremberger Ortsausgang an die Berliner Straße, Höhe Telekommast.

Über jene Straßen, die nicht direkt angebunden werden, soll die Ortsumfahrung der B 97 auf Brückenbauten hinwegführen. Fünf Brücken werde die die Stadt Spremberg auf diese Weise erhalten, warnte der CDU-Stadtverordnete und frühere Spremberger Baudezernent Frank-Michael Schober dieser Tage im Bauausschuss: "Das sind fünf neue Brücken, die uns verkehrstechnisch überhaupt nichts bringen, für die wir aber als Stadt die Baulast übernehmen müssen."

Auch zu einem weiteren Punkt der Planung meldete Schober Kritik an. Für ihn sei es unverständlich, weshalb der Landesbetrieb darauf beharre, die Ortsumfahrung parallel zur bereits vorhandenen Tagebaurandstraße an der Pulsberger Hochkippe zu bauen, anstatt diese Trasse zu nutzen.

"Die derzeit zur Sanierung anstehende Tagebaurandstraße ist zur Nutzung als Bundesstraße ungeeignet", meint Ludwig Herrn dagegen. "Die Anforderungen an eine klare und übersichtliche Linienführung einer Kraftfahrstraße vermag sie nicht zu erfüllen." Dennoch – darum auch die Sanierung – sei ein verkehrssicherer Zustand der Tagebaurandstraße für die Benutzung durch den langsam fahrenden Verkehr von hoher Bedeutung. Fahrzeuge, die von ihrer Bauart her nicht mehr als 60 Kilometer pro Stunde fahren, sind nach Straßenverkehrsordnung für die als Kraftfahrstraße betriebene Ortsumgehung nämlich nicht zugelassen.