Gegenüber der Grausteiner Kita steht eine verwitterte Bushaltestelle, die ihre besten Jahre bereits hinter sich hat. Windschief und teils abgeplatztes Holz schrecken die Grausteiner Senioren allerdings nicht davor ab, im Unterstand Platz zu nehmen. „Dort warten sie regelmäßig auf den mobilen Supermarkt, der stets vor der Kita Halt macht“, erklärt Ortsvorsteher David Lamm im Zuge der Ortsteilbegehung mit der Bürgermeisterin und ihrem Stab. Als Bushaltestelle werde dieses Objekt allerdings längst nicht mehr genutzt, was vermutlich ein schnelleres „Eingreifen“ erforderlich gemacht hätte, fügt er hinzu.
Während die Stadtchefin, Christine Herntier, das Häuschen eher mitleidig mustert, geht Baufachbereichsleiter Gerd Schmiedel direkt auf Tuchfühlung und prüft dessen Standfestigkeit. Derweil äußert Lamm den Wunsch, die Haltestelle, an der der „Zahn der Zeit schon ordentlich genagt hat“, wieder etwas „aufzuarbeiten“. Nachdem der Baufachmann das „Häuschen“ unter die Lupe genommen hat, macht er dem Ortsvorsteher Hoffnung. „Theoretisch lassen sich die Bretter ohne großen Aufwand entfernen, weshalb wir diesen Hinweis auch gern prüfen können“, so Schmiedel, was Protokollantin Madlen Sommer umgehend notiert.

Direkt an der Bundesstraße und andere Problematik

Derweil spaziert die kleine Gruppe weiter zur nächsten Bushaltestelle im Ort – direkt an der Bundesstraße. Noch völlig intakt und in Benutzung ist das dortige Problem anderer Natur. „Der Besitzer des unbebauten Grundstücks dahinter hat gefragt, ob die Möglichkeit besteht, die Haltestelle zu versetzen“, so Lamm. Direkt neben der Einfahrt stehend, sehe er die Haltestelle als eine Art Wertminderung für das Grundstück. Obwohl die Beweggründe eines Einzelnen normalerweise eher weniger berücksichtigt werden könne, durchdenkt der Stab gleich mehrere Lösungsansätze. Eine Versetzung auf Höhe des Grausteiner Friedhofs, sieht Doritha Drews, Sachgebietsleiterin für Grünwesen, eher kritisch. „Dann steht Haltestelle nicht mehr zentral und die Nutzer müssten den weiteren Weg, etwa 200 Meter, auf sich nehmen.“ Laut Schmiedels Schätzung, würde die Maßnahme ungefähr 40000 Euro kosten.
Um die Kosten relativ gering zu halten, schlägt der Baufachbereichsleiter vor, die Haltestelle um ein paar Meter, näher an den Grundstücksrand, zu versetzen. „Zudem können wir die Haltestelle dann auch gleich etwas schmaler machen.“ Ein Vorschlag, der offensichtlich sowohl bei der Bürgermeisterin als auch beim Ortsvorsteher Anklang findet. „Ich werde den Vorschlag mal weitergeben“, verspricht Lamm.