Zur Ortsteilbegehung in Terpe hat es Ortsvorsteher Dieter Freißler ganz allein gegen Bürgermeisterin Christine Herntier, Baufachbereichsleiter Gerd Schmiedel und Sachgebietsleiterin Doritha Drews nicht so leicht gehabt. Aber für den Jessener Kirchweg wurde am Mittwoch ein Kompromiss gefunden. „Seit Jahrhunderten nennen die Einwohner diesen Weg Jessener Kirchweg“, sagt Dieter Freißler. Nur ein Straßenschild, worauf dieser Name auch steht, gibt es nicht. Gerd Schmiedel schüttelt den Kopf: „Hier hat niemand seine Adresse.“ Deshalb sehe er keinen Grund, Geld für ein Straßenschild auszugeben. Sämtliche angrenzenden Grundstücke haben ihren Hauptzugang von der Dorfstraße aus. Dieter Freißler kennt Schmiedels Argumente bereits. „Aber wenn mal etwas mit dem Weg ist“, gibt der Ortsvorsteher zu bedenken, „muss der Weg doch einen Namen haben, damit jeder weiß, welcher Weg gemeint ist.“ Auch Ortsgeschichte schwingt in seinem Nachhaken mit: Diesen Weg nahmen früher die Terpschen, um sonntags in die Jessener Kirche zu laufen. Im Jahr 1971 soll der letzte Gottesdienst in der Jessener Kirche stattgefunden haben. Nach Gosda war Jessen das zweite Dorf, das dem Tagebau Welzow-Süd weichen mussten.

Aufnahme ins Kataster

Schmiedel hat dann doch noch eine Idee. „Wir nehmen den Namen ins Straßenkataster auf“, schlägt er vor. Ein Kompromiss, mit dem Dieter Freißler leben kann. „Ein schönes Schild – das bekommen wir vielleicht auch als Ortsteil noch alleine hin“, sagt der Ortsvorsteher. Bürgermeisterin Christine Herntier hofft sogar, dass sich im Rahmen des neuen Wegeleitsystems, das Spremberg und auch die Ortsteile bekommen sollen, eine Möglichkeit bietet, den Wegnamen sichtbar zu machen.