„Die Nutrias verursachen Schäden, die nicht unerheblich sind“ , sagt Matthias Zickora, amtlicher Direktor der Stiftung Fürst-Pückler-Museum, Park und Schloss Branitz. Zwar finde er die Tiere ebenfalls possierlich, aber sie bohrten Gänge ins Erdreich, unterhöhlten die Inseln, richteten Baue ein und nagten Stäbe durch, die die Ufer stabilisieren sollen. „Die Inseln in unseren Gewässern sind ideal für Nutrias. Dort sind sie sicher und geschützt vor Zudringlingen“ , so Zickora.
Für die Venus auf der Schlossinsel dagegen könnte es bald bergab gehen. Das Erdreich sei unterhöhlt, der Sand würde abgeschwemmt. „Wir haben ein Denkmal zu pflegen und zu schützen“ , betont der amtliche Direktor der Stiftung. Eine Insel haben die Nutrias fast versenkt. Direkt neben der Seepyramide ragt nur noch ein trostloser Erdrest aus dem Wasser. „Demnächst wird geprüft, wie wir die Schäden wieder beheben können“ , sagt Zickora.
Mehrere Tausend Euro müssten dafür bestimmt aufgewendet werden. „In den vergangenen Jahren ist die Nutria-Population gestiegen“ , bestätigt Dr. Ingrid Schütze, Leiterin des Cottbuser Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes. Einerseits liege das an den milden Wintern. Andererseits seien die Besucher des Branitzer Parks nicht unschuldig. „Viele füttern die Tiere. Je mehr Futter sie bekommen, desto mehr steigt ihre Population“ , so Ingrid Schütze. Unter normalen Umständen vertrage die Landschaft die Nutrias, obwohl sie in Südamerika beheimatet sind. „Aber in Mengen wie hier treten sie als Schädlinge auf“ , stellt die Veterinärmedizinerin klar.
Die größte Hoffnung setzen Ingrid Schütze und Matthias Zickora auf die Vernunft und Aufklärung der Besucher des Branitzer Parks. „Wenn sie das Fütterungsverbot einhalten würden, wäre das schon eine gewaltige Erleichterung“ , sagt der Parkdirektor.
Zwischen zehn und 35 Euro Verwarngeld können bei Zuwiderhandlungen ausgesprochen werden. Einige Male sei dies auch schon geschehen. „Einige Bürger haben uns auch gemeldet, dass sie von den Nagern gebissen wurden, andere fragen, ob sie die Nutrias füttern dürfen“ , sagt Ingrid Schütze. In Erwartung von Futter könnten einige Exemplare manchmal zudringlich werden, erklärt auch Mat-thias Zickora. Einzelne Tiere seien gefangen und untersucht worden. „Bei unseren Stichproben haben wir keine ansteckenden Krankheiten festgestellt“ , so Ingrid Schütze.
Während einer Gewässerschau entlang der Spree seien vor einiger Zeit 200 Tiere gezählt. Die Nager werfen mehrmals in einem Jahr. Wie viele Nutrias im Branitzer Park heimisch geworden sind, sei noch nicht klar. „Wir warten jetzt ab, was das Fütterungsverbot bringt“ , sagt Ingrid Schütze. Steige die Population weiter, müssten anderen Maßnahmen ergriffen werden. „Das wollen wir vermeiden“ , so die Veterinärmedizinerin.