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| 11:06 Uhr

20. Spreenixe
Nur eine kann Spreenixe werden

 Marco Wentworth, Mathias Schulz, Kerstin Schenker, Gert Kurzner und Nicole Pietkiewicz (von links) werten die Stimmzettel der diesjährigen Nixenwahl aus.
Marco Wentworth, Mathias Schulz, Kerstin Schenker, Gert Kurzner und Nicole Pietkiewicz (von links) werten die Stimmzettel der diesjährigen Nixenwahl aus. FOTO: LR / Marcel Laggai
Spremberg. Beim Wertungsempfang wurde eine neue Nixe gewählt, deren Kür aber noch warten muss. Von Marcel Laggai

Mit 15 zu 13 Stimmen war es ein denkbar knappes Ergebnis, aber seit dem vergangenen Freitag hat Spremberg seine nun mehr 20. Spreenixe. Auch wenn der Name der 28-Jährigen noch nicht genannt werden darf und die feierliche Krönung erst am Heimatfest-Sonntag zelebriert wird, ist die Freude bei der künftigen Hoheit groß. „Ich bin wirklich happy, dass die Wahl auf mich fiel und gleichzeitig auch gespannt, was mich in diesem Ehrenamt so Tolles erwartet“, sagt die 20. Spreenixe.

Knapp 30 Gäste mussten sich entscheiden

Doch bevor die zukünftige Nixe verkündet wurde, mussten sich die zwei Bewerberinnen den knapp 30 geladenen Gästen – zusammengesetzt aus Sponsoren, ehemaligen Nixen und Rathausmitarbeitern – vorstellen,ziemlich knifflige Fragen beantworten und die Anwesenden somit von sich überzeugen. Moderiert wurde der Abend von Jury-Mitglied Mathias Schulz, der die Gesellschaft der Anwärterinnen sichtlich genoss.  Zugleich versuchte er aber auch, den jungen Frauen die spürbare Aufregung zu nehmen. „Schließlich tritt man nicht alle Tage vor eine Jury und versucht eine Hoheit zu werden“, so Schulz.

Ihm zur Seite standen Kerstin Schenker, Gert Kurzner,  Marco Wentworth und die scheidende Spreenixe Nicole Pietkiewicz. Sie war es auch, die den Bewerberinnen bereits vorab ein großes Lob aus­sprach, „dass sich diesmal gleich zwei Anwärterinnen gefunden haben.“ In den zurückliegenden Jahren wurde es merklich schwerer, Sprembergerinnen für das Ehrenamt zu begeistern, sodass mitunter nur Einzelbewerberinnen präsentiert werden konnten. Anders in diesem Jahr.

Bewerberinnen wollen schon lange Nixe werden

Gleich bei der Vorstellungsrunde kommt indes heraus, dass beide Anwärterinnen schon länger mit dem Gedanken spielen, sich für das Ehrenamt zu bewerben. „Beim letzten Mal habe ich schlichtweg die Anmeldefrist verschlafen“, verrät die 20. Spreenixe fast schon entschuldigend. Auch ihre Konkurrentin liebäugelt seit Jahren mit dem ehrwürdigen Posten. „Beim Heimatfest bin ich sowieso immer mit dabei und dort als Nixe gekrönt zu werden, ist wirklich mein Traum“, erklärt die 23-Jährige. Umso bitterer der Moment, als die Jury die 28-Jährige zur kommenden Hoheit ausruft. Trotzdem gönne sie der Gewinnerin die Krone, versichert sie und muss um Fassung ringen.

Dabei haben sich beide Bewerberinnen gleichermaßen gut geschlagen, auch wenn die Fragerunde es wahrlich in sich hatte. So wollte Mathias Schulz etwa wissen: „Wie viele Türme kann man vom Marktplatz aus sehen?“ Oder: „Wie viele Brücken führen zum Altstadtkern?“ Fragen, die selbst die Gäste ins Grübeln brachten. Mit etwas Hilfe und zugedrückten Augen kamen die Aspirantinnen dann doch auf vier Türme und acht Brücken. Selbst Nicole Pietkiewicz kam nicht umhin, diese Fragen als besonders schwer und fast schon ein wenig „fies“ zu bezeichnen.

Anwärterinnen wurden im Vorfeld geschult

Doch gänzlich ins kalte Wasser wurden die Kandidatinnen für das Nixen-Amt nicht geworfen. So gab es vorab beispielsweise eine exklusive Stadtführung, eine Sonderführung im Niederlausitzer Museum und allerhand Informationsmaterial über Spremberg. „Dabei habe ich noch allerhand Wissenswertes über Spremberg erfahren“, so die 28-Jährige, der es besonders vor den Fragerunde graute. Schließlich habe sie solch eine Prüfungssituation das letzte Mal in der Schule erlebt, heißt es von der 20. Spreenixe.

Darüber hinaus gab es im Vorfeld auch einen Benimm-Kurs und ein Test-Interview vor laufender Kamera, welches Nicole Pietkiewicz führte. Als scheidende Spreenixe betrachtet sie die Wahl derweil mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Natürlich bin ich ein wenig wehmütig, freue mich aber gleichwohl, dass wir eine neue Nixe küren können“, erklärt die amtierende Hoheit und freut sich zudem, bald wieder mehr Freizeit zu haben. Die 20. Spreenixe blickt ihrem Amt bislang recht entspannt entgegen, hofft aber schon, noch mehr über Sprembergs Geheimnisse erfahren und viele interessante Menschen kennenlernen  zu können. Die unterlegene Kandidatin beteuert unterdessen, bei der kommenden Nixen-Wahl nochmals antreten zu wollen. „Ich bin ja noch jung und wenn ich es mit den Prüfungen vereinbaren kann, werde erneut kandidieren“, so die 23-Jährige. Vielleicht klappe es ja dann mit dem Amt.