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Nur der alte Fahrstuhl funktioniert noch

Anna Lehmann (r.) vom Landtechnik-Verein führt hier die Besucher durch die Proschimer Mühle. Selbst ein Eisschrank fehlt in der Ausstellung nicht.
Anna Lehmann (r.) vom Landtechnik-Verein führt hier die Besucher durch die Proschimer Mühle. Selbst ein Eisschrank fehlt in der Ausstellung nicht. FOTO: amz1
Proschim. Streng genommen ist die Proschimer Mühle eigentlich entkernt. Denn der Großteil ihrer Technik wurde bereits zu DDR-Zeiten ausgebaut und verschrottet. amz1

Bis auf eine Anlage, nämlich den Fahrstuhl. Der funktioniert noch immer. Genau ein Mann und ein Getreidesack passen in diesen Fahrstuhl hinein, um damit bis unters Dach fahren zu können.

Diese und viele weitere Fakten haben interessierte Besucher am Pfingstmontag in der Proschimer Mühle erfahren. Ebenso, dass es im Dorf einst sogar zwei Windmühlen gab. Die eine stand etwa am Standort der heutigen Mühle, die andere hart an der schlesischen Grenze, nämlich unweit der Straße nach Bluno. Beide Holzgewerke sind irgendwann verfallen, sodass eine neue Mühle her musste. Im Jahr 1923 erfolgte deren Elektrifizierung.

In der DDR wurde der Betrieb lediglich noch zum Getreideschroten und Trocknen genutzt. Nach der Wende stand die Frage, ob die Mühle abgerissen oder erhalten werden sollte. Letztlich übernahm der örtliche Landtechnik-Verein das Objekt. So jährt sich im Jahr 2017 die Eröffnung der Dauerausstellung zum 20. Mal.

Seit Kurzem wird in den historischen Mauern nicht mehr nur die Mühlengeschichte präsentiert, sondern auch die Ortshistorie. Chronist Eckhard Tetsch hat zahlreiche Fotos zusammengetragen. "Neueste" Aufnahmen stammen von den Proschimer Lehrern Mechelke und Krause sowie vom Reiterverein, der um 1920 gegründet worden war und bis 1945 bestand. Die Reithalle, ebenfalls im Bild, befand sich etwa dort, wo heute das Kulturhaus einlädt. "Ich gehe im Dorf zu den Leuten und frage, ob sie noch alte Bilder haben", erzählte Eckhard Tetsch.

Dabei sei er schon auf manchen Schatz gestoßen. Die Ausstellung in der Mühle solle nunmehr beständig erneuert und erweitert werden. Kurzum: Es gibt immer wieder etwas anderes zu sehen. Daran hat auch Simone Wojahn, die gute Seele der Proschimer Mühle, einen nicht unbedeutenden Anteil.

Das Engagement scheint sich auszuzahlen. Nach den Angaben von Erhard Lehmann, Vorsitzender des Landtechnik-Vereins, wollten in diesem Jahr bereits um die 600 Menschen einen Blick in die Mühle werfen. Dabei ist die Saison erst am 1. Mai eröffnet worden. Im gesamten vergangenen Jahr wurden 2000 Besucher begrüßt. Der nächste Höhepunkt steht bereits vor der Tür. Denn schon am 11. Juni ab 11 Uhr öffnen sich erneut die Mühlentore. Dann zur Brandenburger Landpartie. Ansonsten kann das Ensemble an der Mühle immer nur auf Voranmeldung unter der Telefonnummer 035751 2113 besichtigt werden.