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| 01:30 Uhr

Notzeit für Wild im Lausitzer Wald

Cottbus/Spree-Neiße. Der Kolkwitzer Jäger Gerhard Dix ist derzeit wie viele seiner Weidgenossen in seinem Jagdrevier unterwegs, um für das hungernde Wild zu sorgen. De die natürlichen Äsungsflächen sind zugeschneit. nn

Es herrscht Notzeit im Wald. Deshalb müssen Futterstellen mit Heu, Eicheln, Kastanien oder Bucheckern angelegt werden."Im Wald bei Limberg waren wir mit schwerer Technik und einem Schneepflug vor Ort, um Äsungsflächen zugänglich zu machen. Und fast täglich bin ich im Revier, um die Futterstellen zu kontrollieren. Sie werden vom Wild gut angenommen", sagt Dix. "Wenn der Schnee so hoch liegt wie derzeit, dann hat es das Wild schwer genügend Nahrung zu finden und die ohnehin futterarme Jahreszeit zu überleben", weiß er. Die Jagdbehörde des Landkreises habe deshalb im Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde am 12. Januar für den Spree-Neiße-Kreis und Cottbus eine Notzeit für Schalenwild festgelegt (die RUNDSCHAU berichtete). Damit seien die Jäger verpflichtet, für eine regelmäßige Erhaltungsfütterung der Tiere zu sorgen, sagt Gerhard Dix. "Im Umkreis von 200 Metern um die Futterplätze darf kein Wild geschossen werden", erklärt er. "Wir appellieren an die Bevölkerung, uns zu unterstützen und in der kalten Jahreszeit besondere Rücksicht auf das Wild zu nehmen", sagt der Kolkwitzer. Wichtig sei, dass die Wildtiere nicht unnötig beunruhigt würden, da bei Fluchten der Energieverbrauch zu hoch sei und überlebensnotwendige Reserven aufgebraucht würden. "Dadurch können die Tiere den strengen Winter womöglich nicht überstehen", macht Dix deutlich. Spaziergänger sollten im Wald deshalb auf den Wegen bleiben und Hunde an der Leine führen, um das Wild nicht in seinen natürlichen Lebensabläufen zu stören. Auch Hochsitze sollten nicht betreten werden. "Wanderer oder auch Skilangläufer sollten einen großen Bogen um Futterstellen machen und keinen Müll hinterlassen", sagt Dix. "Auch wenn es gut gemeint ist, sollten die Bürger keine Futtermittel wie Brot oder Küchenabfälle in den Wald bringen. Die Erhaltungsfütterung ist Aufgabe der Jäger." nn