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Nicht nur Rüdiger Budek schaut auf die Schuhe

Rüdiger Budek genießt seine zwölfte Saison.
Rüdiger Budek genießt seine zwölfte Saison. FOTO: MAT1
Bloischdorf/Hornow. (ani) Drei Maskenbälle hat der Hornower Rüdiger Budek in diesem Jahr schon bewältigt: In Haidemühl, Dissen und Bärenbrück führte er Masken in die Säle. Am morgigen Samstag, 18.

Februar, ist er in heimatlichen Gefilden: Zum 12. Preismaskenball in der Museumsscheune Bloischdorf schwingt er das Glöckchen als Maskenführer. Und plötzlich stehen sie wieder vor ihm: bunt, groß, nicht immer ganz berechenbar, mit lustigen Vehikeln oder schweren Schritten. "Mal säuseln sie mir einen Satz durch die Masken, mal reichen sie stumm einen Zettel mit drei Stichworten." Niemand will erkannt werden, die Stimme soll sie nicht verraten. Aber da rödelt es schon in Budek und er führt die Masken mit hohen Worten an der Menge vorbei.

Und diese Menge sieht alles. Nach der Gangart der Masken, den Accessoires wird geschaut und ob nicht doch etwas Haar, ein Ohr hervorguckt. "Wenn ich Masken vorm Auftritt Tipps gebe, zeige ich auf die Füße. Der unterste Bereich wird beim Maskieren oft vergessen. Verwandte haben diese Schuhe schon gesehen oder auch ein Paar von Omas gestrickten Socken im Schrank", warnt Budek.

Er versteht die Lust am Verkleiden. Budek schlüpft als Maskenführer, Alter Fritz oder Kutscher nämlich selbst gern in andere Rollen: "Da kann ich ausleben, was ich als Bauer Budek nicht so darf. Als Friedrich II. König von Preußen und Kurfürst von Brandenburg werde ich immer öfter auch in höher und politische Kreise eingeladen - das ist sehr spannend und unterhaltsam", gesteht er. Viel abgeschaut hat er sich von seinem Vorbild Kurt Kreschmar, dem Maskenführer aus Lieskau. "Obwohl er inzwischen hoch betagt ist, hat er noch so viel Lebenslust." Das gefällt dem 58-jährigen Budek, macht ihm Mut. "Ja, man sollte zum Maskenführer geboren sein. Aus dem Stehgreif muss man Masken vorstellen und auch Geselligkeit ausstrahlen, sich vom weinenden sofort in den lachenden Clown verwandeln können."

Auch im Vorfeld hat Rüdiger Budek seinen Spaß. "Begegne ich Bekannten und Freunden im Dorf und lade sie zum Maskenball ein, haben sie plötzlich ganz irre Ausreden: bei Freunden tapezieren, wichtige Geburtstage, Krankenbesuche, plötzliche Urlaube - bis ich sie am Samstag demaskiere." Überrascht hat Budek der Maskenball in Dissen: "Da lädt die Jugend dazu ein. Ich finde es toll, wie diese jungen Leute die wendischen Bräuche wieder für sich entdecken - Hahnrupfen, Erntefest, die Fastnacht. Allerdings braucht man zum Maskenball der Jugend nicht vor 20 oder 21 Uhr zu erscheinen."

In der Bloischdorfer Museumsscheune, wo mit Gunnars Partyband gern auf dem Tisch getanzt wird, ist morgen ab 19 Uhr Einlass.